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Dienstag, 12.01.2016

Mehr Geld fürs Shoppen

Die Freitaler geben laut einer Studie mehr Geld aus. Besonders eine Branche wächst deswegen.

Von Andrea Schawe

Mit durchschnittlich 2,3 Millionen Kunden im Jahr und mehr als 14000 Quadratmetern reiner Verkaufsfläche ist der Weißeritzpark Freitals größtes Einkaufszentrum.
Mit durchschnittlich 2,3 Millionen Kunden im Jahr und mehr als 14000 Quadratmetern reiner Verkaufsfläche ist der Weißeritzpark Freitals größtes Einkaufszentrum.

© Karl-Ludwig Oberthür

Freital. Etwa 2,3 Millionen Kunden zählt der Weißeritzpark in Hainsberg jährlich. In dem größten Einkaufzentrum der Stadt gehen nicht nur Freitaler shoppen, das Einzugsgebiet erstreckt sich über den Dresdner Westen und die Region. Es kann sich seit seiner Eröffnung 1994 gegen die Center in der benachbarten Landeshauptstadt behaupten – und hat sich durch den Neubau für C & A im Jahr 2013 sogar noch vergrößert. Aktuell 65 Läden haben im Weißeritzpark geöffnet. Wie sich der Handel in den vergangenen Jahren entwickelt hat und wofür die Freitaler ihr Geld ausgeben, zeigt der Handelsatlas der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Ergebnis 1: Freitals Verkaufsfläche wächst gegen den Trend

Die Verkaufsfläche im Einzehandel ist im Landkreis seit 2010 um rund zehn Prozent zurückgegangen. Keine andere Region in Sachsen hat derart hohe Verluste zu verbuchen. Freital stellt sich allerdings gegen den Trend. Fast 51200 Quadratmeter reine Verkaufsfläche gibt es laut Handelsatlas in der Stadt, vor fünf Jahren waren es noch 5900 Quadratmeter weniger. Etwa an der Dresdner Straße konnte der Leerstand gesenkt werden, so IHK-Sprecher Lars Fiehler. Die Verkaufsfläche in Freital ist aber landkreisweit nur Durchschnitt. In Pirna, einer Stadt mit ähnlicher Einwohnerzahl, hat der Einzelhandel fast doppelt so viele Quadratmeter – allerdings etwa 12400 weniger als noch 2010.

Über die Hälfte der Verkaufsfläche in Freital teilen sich Märkte, die mehr als 800 Quadratmeter groß sind – unter anderem der Kaufland-Markt, Medimax, der Spieleladen und die beiden großen Modegeschäfte im Weißeritzpark, der Kaufland-Supermarkt an der Wilsdruffer Straße, der Toom-Baumarkt und das Geschäftszentrum um den Pfennigpfeiffer an der Wilsdruffer Straße.

Ergebnis 2: Lebensmittelhandel hat den meisten Platz

Für Kleidung, Schuhe, Schmuck, Möbel, Spielsachen, Computer oder Haushaltsgeräte, sogenannte Waren des mittel- und langfristigen Bedarfs, fahren die Freitaler in die Einkaufzentren in Dresden – in den Elbepark, in den Kaufpark Nickern oder ins Zentrum. In den benachbarten Städten wie Freital verhindert das ein ungesundes Wachstum in diesem Segment, das Angebot schrumpft eher – lässt andere Branchen aber wachsen.

48 Prozent der Geschäfte im Landkreis verkaufen Waren des „täglichen Bedarfs“ – überdurchschnittlich viele. Hier ist auch eine zunehmende Konzentration auf Supermärkte zu verzeichnen. Der Lebensmittelhandel ist auch die Branche mit der größten Verkaufsfläche in Freital. Mehr als 19500 Quadratmeter entfallen auf Supermärkte, Discounter oder Bäcker. Das sind 690 Quadratmeter mehr als noch 2010 – aber 21 Geschäfte weniger. Neben dem Real-Markt auf der Burgker Straße, der seit 2010 geschlossen ist, machten in den vergangenen Jahren auch zwei Discounter und 19 kleine Fachgeschäfte – wie Bäcker, Fleischer oder Obsthändler – zu.

Ergebnis 3: Freitaler haben mehr Geld als vor fünf Jahren

Die Freitaler haben mehr Geld, das nach Abzug von Kosten für Miete, Versicherung, Auto, Kredite und Reisen fürs Einkaufen zur Verfügung steht. Nach Berechnungen der Handelskammer sind genau 5693 Euro im Jahr zum Einkaufen übrig, im Landkreis sind es durchschnittlich 5 660 Euro pro Kopf und Jahr. Freital liegt damit auf dem Niveau von Glashütte, Bad Gottleuba-Berggießhübel und Dippoldiswalde. Die Pirnaer haben 100 Euro weniger zur Verfügung, Wilsdruff knapp 200 Euro mehr. Die Dresdner haben 5899 Euro.

2010 lag die sogenannte einzelhandelsrelevante Kaufkraft noch bei 4860 Euro – jeder Einwohner hat rechnerisch heute also 800 mehr im Jahr zur Verfügung. Die Entwicklung zeigt sich auch in der niedrigen Arbeitslosen-Quote der Region.

Ergebnis 4: Das meiste Geld geben Freitaler für Lebensmittel aus

35 Prozent ihres Geldes geben die Freitaler im Jahr für Lebensmittel aus – genau 2 115 Euro. Dazu kommen andere Waren des täglichen Bedarfs: durchschnittlich 188 Euro pro Jahr werden in den Garten und Zoobedarf investiert, 893 Euro in Drogerieartikel und Apotheke sowie 162 Euro für Zeitungen, Zeitschriften und Bücher. Im Durchschnitt macht das 59 von 100 Euro, die jeder Einwohner im Landkreis für Waren des täglichen Bedarfs ausgibt.

Die Freitaler investieren außerdem 468 Euro pro Jahr in Kleidung, 464 Euro geben sie im Baumarkt aus. In langfristige Anschaffungen fließen 262 Euro für Möbel und 315 Euro für CDs, DVDs, Handys und Computerbedarf.