Samstag, 10.11.2012

Mehr Geld für die sorbische Stiftung

Berlin. Jetzt ist es offiziell: Die Stiftung für das Sorbische Volk bekommt im kommenden Jahr 500.000 Euro zusätzlich vom Bund. Darauf hat sich der Haushaltsausschuss am Freitag nach Auskunft der Bautzener Bundestagsabgeordneten Maria Michalk (CDU) geeinigt. Der Bundestag muss noch zustimmen. Doch das gilt als Formsache.

Zuvor hatte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bereits einen Zuschlag von voraussichtlich 375.000 Euro in Aussicht gestellt. Das Land Brandenburg als dritter Partner hat noch keine konkreten Angaben gemacht. Die Anhebung der Fördermittel soll ein drohendes Haushaltsloch von rund einer Million Euro bei den sorbischen Kultureinrichtungen im kommenden Jahr ausgleichen. Das Defizit führt die Stiftung für das Sorbische Volk vor allem auf Tariferhöhungen und die allgemeine Teuerung zurück.

Der Zuschlag gilt zunächst nur für den kommenden Haushaltsplan. Er wird nicht generell auf den jährlichen Betrag von 17 Millionen Euro aufgeschlagen, der von den Ländern Sachsen und Brandenburg sowie vom Bund gezahlt wird.

Die Bundestagsabgeordnete der Linken Caren Lay kritisiert diese Einschränkung. Die Zuschüsse an die Stiftung müssten auch im nächsten Jahr angehoben werden, um die Inflation und Tariferhöhungen ausgleichen zu können. Die Mittelerhöhung dürfe keine Eintagsfliege bleiben.

Der kulturpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Reiner Deutschmann forderte angesichts dieser Entscheidung eine Rücknahme der Kürzungen beim Bautzener Theater. „Die durch Bund und Länder zur Verfügung gestellten Mittel sollen vor allem der Erhaltung von Sprache und Kultur des sorbischen Volkes dienen“, sagte Deutschmann. Er erwarte deshalb, „dass die Kürzung des Etats des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters durch die Stiftung in Höhe von 200.000 Euro nun zurückgenommen wird,“ (SZ)