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Sonntag, 16.07.2017

Mehr Gästeführer für mehr Touristen

Es kommen wieder mehr Besucher ins Burgen- und Heideland. Trotzdem muss der Verband investieren.

Von Maria Fricke

Romy Tippner (links) und Manuela Kolster sind beim Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland für den Lutherweg zuständig. Als Projektmitarbeiter bilden sie auch Gästeführer aus. Im kommenden Frühjahr startet ein neuer Kurs. Erstmals sollen dann auch Pilgerführer ausgebildet werden, die nicht nur auf Abschnitten, sondern den ganzen Lutherweg begleiten können.
Romy Tippner (links) und Manuela Kolster sind beim Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland für den Lutherweg zuständig. Als Projektmitarbeiter bilden sie auch Gästeführer aus. Im kommenden Frühjahr startet ein neuer Kurs. Erstmals sollen dann auch Pilgerführer ausgebildet werden, die nicht nur auf Abschnitten, sondern den ganzen Lutherweg begleiten können.

© Dietmar Thomas

Das laufenden Jahr scheint für den Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland ein gutes zu werden. Nach den aktuellsten Übernachtungszahlen für die Zeit von Januar bis April gibt es sowohl bei den Ankünften als auch bei den Übernachtungen einen Zuwachs. Das teilte Dr. Katharina Sparrer, die Geschäftsführerin des Verbandes, kürzlich mit. Im Schnitt bleiben die Besucher nach wie vor etwa drei Tage im Burgen- und Heideland. Rund 35 Prozent der zur Verfügung stehenden Betten waren bisher ausgelastet. „Damit liegen wir im guten Mittelfeld“, so Sparrer.

Trotzdem ist der Wettbewerbsdruck auf die Region groß. „Andere schlafen auch nicht und haben gute Strategien entwickelt“, sagt die Geschäftsführerin. Um im Kampf um Touristen mithalten zu können, wird auch in diesem sowie den nächsten Jahren weiter in die Region investiert. So umfasst der kürzlich beschlossene Haushalt des Verbandes für dieses Jahr unter anderem Ausgaben für die weitere Qualifizierung des Mulderadweges und das Qualitätsmanagement Lutherweg. Letzteres Projekt ist am 1. Januar 2017 gestartet und soll vier Jahre laufen, informiert Sparrer. Die zwei Mitarbeiter, die sich mit dem Qualitätsmanagement befassen, sollen dabei unter anderem den Lutherweg auf Barrierearmut überprüfen (DA berichtet). Berücksichtigt werden sollen dabei nicht nur die Ansprüche von Gehbehinderten, sondern auch von Menschen mit Beeinträchtigungen des Gehörs oder der Sehkraft.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ausbildung von Pilgerführern in Zusammenarbeit mit der Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis und der evangelisch-lutherische Landeskirche Sachsens. Der Tourismusverband kümmert sich um den Inhalt der Ausbildung sowie deren Organisation. Rund zehn Gästeführer sind bereits auf dem Lutherweg im Einsatz, jedoch meist nur auf begrenzten Abschnitten. Die Pilgerführer sollen auf den gesamten knapp 550 Kilometern des Weges Auskunft geben, informiert Katharina Sparrer. Im kommenden Frühjahr startet der nächste Kurs für Interessierte. Diese müssen für ihre Teilnahme, bis auf einen Unkostenbeitrag für Miete und Verpflegung, nichts zahlen. Unterrichtet werden die Teilnehmer von Manuela Kolster und Romy Tippner vom Projekt Qualitätsmanagement Lutherweg. Sollten sich viele Interessenten aus der Region melden, wäre es laut Sparrer auch denkbar, den Kurs in Waldheim oder Döbeln durchzuführen.

Verbessert werden soll auch die Abstimmung der Veranstaltungen entlang des Lutherwegs, um Dopplungen an einem Tag zu vermeiden. Zudem lässt der Verband prüfen, ob es sich lohnt, ein Lutherfestival zu veranstalten. Angehen wolle man auch die Schließzeiten der Gaststätten und Museen, die mehrheitlich am Montag nicht geöffnet haben.

Höhere Beiträge für Kommunen

Überarbeitet werden voraussichtlich auch die Beiträge, die die Mitgliedskommunen an den Verband leisten. Derzeit berechnen diese sich nach der Zahl der Einwohner. Pro Bürger müssen die Städte und Gemeinden einen Euro zahlen. Zukünftig könnte sich die Gebühr nach Zahl der Betten oder Ankünfte je Ort richten. „Dadurch wird es für einige billiger, für andere erheblich teurer, wie zum Beispiel im Leipziger Neuseenland“, kündigt Sparrer an. Ziel der Änderung sei es, die touristische Relevanz der Regionen zu stärken. Dafür müssen auch noch einige Kommunen geworben werden, die bisher noch nicht Mitglied im Verband sind. Vor September werde es dazu jedoch keine Festlegungen geben. Zuvor sei erst noch ein Beschluss des Vorstandes notwendig, so Sparrer.

Die „weißen Flecke“ im Bereich des Tourismusverbandes zu beseitige, hat sich auch der neue Vorsitzende des Verbandes Henry Graichen vorgenommen. „Ich habe festgestellt, dass eine ganze Reihe an Kommunen in der Region in der Tourismusarbeit noch nicht so engagiert ist. Diese will ich versuchen, für uns zu gewinnen“, so der Landrat des Landkreises Leipziger Land. Schließlich sei der Tourismus auch ein Motor für die wirtschaftliche Entwicklung. Zudem will Graichen auch zukünftig ständig und kritisch darauf schauen, dass die Region mit ihren Angeboten von der Leipzig Tourismus Marketing GmbH (LTM) wahrgenommen wird. Wichtig ist dem 40-Jährigen, der seit August 2015 Mitglied im Verband ist, dass die Angebote in der Region besser miteinander verzahnt werden. Auch als Vertreter des Leipziger Landes sieht er sich selbstverständlich als Verantwortlicher für den gesamten Verband. Er wolle es handhaben wie sein Vorgänger Manfred Graetz, ehemaliger Landrat des Altkreises Döbeln, der auch immer andere Dinge im Blick behalten hat, über den Döbelner Raum hinaus. Dass alle Gebiete berücksichtigt werden, sei auch durch die Struktur des Vorstandes gegeben, in dem Vertreter aus allen drei zugehörigen Landkreisen, neben dem Leipziger Land und Mittelsachsen ist dies Nordsachsen, sitzen.