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Donnerstag, 24.03.2016

Mehr Förster braucht das Land

Sachsens Wälder waren noch nie so gesund und so vorratsreich wie heute. Das könnte sich aber schon im Sommer ändern.

Von Ines Mallek-Klein

© dpa

Dresden. Das schönste Geschenk hat sich der Sachsenforst im zehnten Jahr seines Bestehens selbst gemacht. Dem sächsischen Wald geht es so gut wie nie. Mit einem Zuwachs von 12,1 Kubikmetern Holz pro Jahr und Hektar liegen die Wälder im bundesweiten Vergleich an der Spitze und das, obwohl die Klima- und Bodenbedingungen nicht überall optimal sind. 60 Prozent des Zuwachses, rund 1,1 Millionen Kubikmeter, hat der Sachsenforst im vorigen Jahr geerntet und damit rund 77 Millionen Euro erwirtschaftet. Holz ist ein gefragter Rohstoff und das wird er auch bleiben, sagt Umweltstaatsminister Thomas Schmidt (CDU) bei der Vorstellung der Sachsenforstbilanz gestern in Dresden. Doch das Geschäft mit dem Holz ist kein einfaches. Gegenüber 2014 ist der durchschnittliche Erlös für einen Kubikmeter um knapp fünf Prozent auf 64,17 Euro gesunken, gleichzeitig stiegen die Kosten der Holzernte. Im Ergebnis beendete der Sachsenforst sein Geschäftsjahr 2015 mit einem Plus von 13,8 Millionen Euro nach 24,5 Millionen Euro im Vorjahr.

Das Staatsunternehmen mit 1309 Mitarbeitern investiert aber auch in den Waldumbau und in den Naturschutz. 500 Einzelmaßnahmen weist die Statistik für 2015 aus, darunter die Pflanzung von 2,7 Millionen Rotbuchen, 900 000 Weißtannen und 800 000 Eichen. In den kommenden Jahren soll der Holzweinschlag deutlich erhöht werden. Sachsenforstchef Hubert Braun peilt eine Erntemenge von rund 1,4 Millionen Kubikmetern an. Das würde Mehreinnahmen für den Freistaat von rund 16 Millionen Euro bedeuten, lässt sich aber nur mit zusätzlichem Personal realisieren. Auf 40 neue Förster im Freistaat beziffert Braun seinen Bedarf. Ihre Personalkosten werden Thema bei den Verhandlungen für den neuen Landeshaushalt sein, sagte Staatsminister Schmidt.

Bei den Prognosen für das Forstjahr 2016 bleibt Forstchef Hubert Braun vorsichtig. Nach dem heißen Sommer 2015 gibt es eine große Borkenkäferpopulation in den Wäldern. Die von ihr angerichteten Schäden sind noch gering. Ein neuerlicher Jahrhundertsommer mit langen Trockenperioden könnte das aber schnell ändern.