erweiterte Suche
Döbeln Mittwoch, 27.02.2013

Mann mit der Waffe bedroht

Ein 18- und ein 19-jähriger standen wegen schweren Diebstahls vor Gericht. Am Ende lief alles auf einen Raub hinaus.

Von Helene Krause

Lässig lehnen der schlanke, dunkelhaarige Döbelner und der schlaksige, dunkelblonde Mann aus Leisnig auf der Anklagebank. Der Größere der beiden kaut Kaugummi. Immer wieder grinst er vor sich hin. Den Angeklagten wird ein besonders schwerer Fall des Diebstahls vorgeworfen. Zusätzlich steht der Leisniger noch wegen Bandendiebstahls und des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln vor Gericht. Am Ende hat die Verhandlung einen Ausgang, mit denen die beiden wohl nicht gerechnet haben. Sie werden sich wohl vor dem Landgericht Chemnitz verantworten müssen. Der Vorwurf: räuberische Erpressung.

Beide Täter begegneten am 23. März 2012 gegen 2 Uhr im Stadtzentrum von Döbeln ihrem Opfer. Der Mann kam von einem Polterabend und war angetrunken. Auch beide Täter standen unter erheblichen Alkoholeinfluss. Der Mann ging hinter den beiden her. In der Theodor-Kunzemann-Straße kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung. Einer der beiden Täter drückte den Mann zu Boden. Der andere soll ihn mit einer Pistole bedroht haben. Sie forderten Geld von ihrem Opfer. In der Filiale der Volksbank sollen sie den Mann gezwungen haben, Geld abzuheben. Sie erbeuteten 300 Euro. Das Geld teilten sie unter sich auf, vertranken und verspielten es.

Rauschgift gefunden

Als die Polizeibeamten gegen die beiden Beschuldigten ermittelten, stießen sie im Zimmer des Leisnigers auf ein Tütchen Marihuana. Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschuldigten ergab eindeutig, dass dieser schon bei einem nicht aufgeklärten Einbruchsdiebstahl mitgewirkt hatte. Im Laufe des 26. Juni 2009 soll er mit weiteren unbekannten Personen in das Firmengrundstück eines Bestattungsinstituts in der Oststraße in Döbeln eingedrungen sein. Dort durchsuchten sie Schränke, Särge und einen Leichenwagen nach Beute. Sie entwendeten eine Angelausrüstung im Wert von 500 Euro.

Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin Christa Weik, was sie zu den Vorwürfen zu sagen haben, gesteht der Döbelner die Erpressung. Allerdings schiebt er die Schuld dem Opfer in die Schuhe. „Er hat uns verfolgt. Ich wollte ihm zeigen, wie das ist. Das Geld wollte ich für meine Hose. Die ist kaputtgegangen.“ Der Leisniger schweigt zu allen Anklagepunkten. Von einer Waffen wollen die Angeklagten nichts wissen.

Während der Zeugenvernehmung weist das Opfer immer wieder auf die Pistole hin, die der Leisniger ihn an den Kopf gehalten habe. Ein Mitarbeiter der Kriminalpolizei, geht davon aus, dass es die Waffe tatsächlich gegeben hat. „Das hat er sich nicht ausgedacht“, sagt er. „Er hat die Pistole genau beschrieben“. Auf den Videoaufzeichnungen bei der Bank war der Leisniger nur mit einer Bierflasche zu sehen.

Aufgrund der Waffe geht die Staatsanwaltschaft von einer schweren räuberischen Erpressung aus. Deswegen wird das Verfahren an die Staatsanwaltschaft Chemnitz weitergeleitet. Den beiden drohen mehrjährige Haftstrafen.