erweiterte Suche
Dienstag, 12.12.2017

Lotsin auf dem Weg in den Beruf

Sandra Dietrich arbeitet an der Oberschule Schmiedeberg als Praxisberaterin. Mit ihr sind die Schüler viel unterwegs.

Von Franz Herz

Sandra Dietrich arbeitet als Praxisberaterin an der Oberschule Schmiedeberg und hilft mit Veranstaltungen, Exkursionen und Beratungen den Schülern der 7. und 8. Klassen, den für sie passenden Berufsweg zu finden.
Sandra Dietrich arbeitet als Praxisberaterin an der Oberschule Schmiedeberg und hilft mit Veranstaltungen, Exkursionen und Beratungen den Schülern der 7. und 8. Klassen, den für sie passenden Berufsweg zu finden.

© Egbert Kamprath

Dippoldiswalde. Die Oberschule Schmiedeberg ist seit Langem für ihre Praxisverbundenheit bekannt. Sie unterhält enge Kontakte zu Unternehmen und Einrichtungen, bei denen die Schüler später ihren Berufsweg machen können. Mit der Gießerei, dem Seniorenheim und dem Mosaikatelier bestehen seit Jahren Partnerschaften. Dafür hat die Schule seit vergangenem Schuljahr eine eigene Praxisberaterin: Sandra Dietrich.

Die 33-Jährige bringt trotz ihrer Jugend schon viele hilfreiche Erfahrungen mit. Sie stammt aus Elsterwerda und hat erst die Realschule absolviert. „Dort hatte ich einen Einserschnitt“, erzählt sie, also hat sie den Sprung aufs Gymnasium gemacht. Plötzlich sahen die Noten ganz anders aus. „Ich musste mich ziemlich hinsetzen für mein Abitur“, erinnert sie sich. Aber sie hat es gepackt. Dass ein Praktikum den Weg in den Beruf ebnen kann, hat sie selbst erlebt. Nach einem Schülerpraktikum bei der Sparkasse hat sie dort ihre Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert. Darauf hat sie ein Studium für Marketing und Kommunikation aufgebaut, hat in Australien gelebt, um zu arbeiten und zu reisen. Und im Rahmen eines EU-Austauschs hat sie ein Marketing-Praktikum in London gemacht. „Dafür habe ich viel gekellnert, um mir mein Leben zu finanzieren“, erzählt sie. Sie hat also eigene Erfahrungen im Berufsleben gesammelt und auch noch den Ausbilderschein gemacht.

Sandra Dietrich hat sich dann bei der Fortbildungsakademie der Wirtschaft in Dresden beworben. Ungefähr zur gleichen Zeit hat die Oberschule beantragt, eine Praxisberaterin zu bekommen. Da das auch über die Fortbildungsakademie läuft, kamen beide zu Beginn des letzten Schuljahres zusammen. Wer auf die Internetseite der Schule schaut, sieht dort, dass dies eine sehr fruchtbare Partnerschaft ist.

Sandra Dietrich arbeitet vor allem mit den Schülern der 7. und 8. Klassen. Am Anfang stellt sie den Kindern Aufgaben, die diese alleine oder im Team lösen müssen. Ziel dabei ist, herauszufinden, wo jeder seine starken Seiten hat. „Wir erarbeiten dann für jeden Schüler einen eigenen Entwicklungsplan“, erzählt Sandra Dietrich. Nach diesem Plan arbeitet sie mit den Jugendlichen und ab der 9. Klasse dann auch die Berufsberater der Arbeitsagentur.

Sie bietet häufig auch Exkursionen in Betriebe an, welche für die Schüler als Lehrbetriebe infrage kommen. Sie ist dabei in der näheren Umgebung unterwegs. Schmiedeberger Schüler haben schon im Forst mitgearbeitet, in Hotels, waren bei Selectrona in Reinholdshain oder auf der Baustelle für den Hochwasserdamm im Pöbeltal. Aber Sandra Dietrich hat auch Exkursionen bis zu BASF nach Schwarzheide organisiert. Sie war mit Schülern im Dresdner Druck- und Verlagshaus, das die Sächsische Zeitung herausgibt. Die Schüler können sich damit aber nicht vor dem Unterricht drücken. Viele Termine liegen in den Ferien. Wer da teilnimmt, hat also wirklich Interesse. Vier Tage in der Woche gab es in den Herbstferien derartige Angebote. Und der Terminkalender für das kommende Jahr bietet wieder zahlreiche Veranstaltungen, von der Messe Karrierestart in Dresden über die Woche der offenen Unternehmen bis hin zur Berufswahlmesse Osterzgebirge, die Sandra Dietrich für den 18. April in Schmiedeberg organisiert.

Früher haben sich vor allem die Lehrer Betina Zschach und Karsten Tresp um die Berufsinformation gekümmert. Aber sie müssen andere Aufgaben wahrnehmen. Da ist Schulleiterin Katrin Jungnickel froh, dass Sandra Dietrich diese Arbeit übernimmt. Momentan ist das Projekt noch befristet für weitere zwei Jahre. „Aber es gibt Anzeichen, dass es dauerhaft werden soll“, sagt Jungnickel hoffnungsfroh.