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Was soll das?

Liberaler Machtwechsel

06.09.2014
Von Thomas Bärsch

 Machtwechsel

© dpa

Eine Woche nach der denkwürdigen Landtagswahl in Sachsen kommen wir nicht umhin, uns einer weit denkwürdigeren Aussage von Johannes Vogel zuzuwenden, der FDP-Generalsekretär im fernen Nordrhein-Westfalen ist: „Die FDP ist derzeit die Partei der Nichtwähler.“ Damit ist klar, dass die FDP die eigentliche Wahlsiegerin ist, denn die Partei der Nichtwähler brachte es auf fast 51 Prozent, also auf die absolute Mehrheit.

Das ist umso erstaunlicher, als dass sie für dieses überwältigende Ergebnis den geringsten Aufwand von allen Parteien betreiben musste: kein Infostand, kein Freibier, keine Auftritte von Bundespolitikern. Selbst die offensichtlich abgestimmten Kampagnen anderer Parteien und der Medien gegen die Partei der Nichtwähler, die diese sogar eine Gefahr für die Demokratie nannten, konnten deren Anhänger nicht schrecken.

Setzt sich dieser Trend fort, schaffen die Nichtwähler eines Tages die historische 100-Prozent-Marke. Dann aber ist es längst zu spät, sich an die mahnenden Worte Johannes Vogels zu erinnern.