Döbeln Montag, 07.01.2013

Liberale feiern sich in Döbeln selbst

Beim Dreikönigstreffen blieb die Bundespolitik außen vor. Sachsens Liberale sehen ihre Politik als große Erfolgsgeschichte.

Von Jens Hoyer

Marco Weißbach aus Freiberg ist Direktkandidat der FDP für den Bundestag. Foto: Hoyer
Marco Weißbach aus Freiberg ist Direktkandidat der FDP für den Bundestag. Foto: Hoyer

Nein, mit den Querelen um ihren Bundesvorsitzenden Philipp Rösler haben sich gestern die sächsischen Liberalen nicht aufgehalten. Beim Dreikönigstreffen in Döbeln wurde das Thema nur am Rande gestreift. Der sächsische Generalsekretär Torsten Herbst meinte, dass vieles nicht mehr nachvollziehbar sei, was auf Bundesebene zur Demontage des Vorsitzenden passiert. „Das ist eine Frage von Stil und Umgang. Wir zoffen uns in Sachsen auch hinter verschlossenen Türen, aber das bleibt intern.“

Beim Treffen im WelWel haben sich die Liberalen als mitregierende Partei vor allem selbst gefeiert. Gründe finden sie viele. Es gibt so wenig Arbeitslose wie nie zuvor. Sachsen steht wirtschaftlich gut da, dank auch der Subventionierung von Unternehmen, die die FDP ja eigentlich ablehnt. Sachsen sei in vielerlei Hinsicht vorbildlich – auch bei der Verschuldung, meint Herbst. Das hoch verschuldete Sachsen-Anhalt etwa müsse 700 Millionen Euro mehr allein für Zinsen ausgeben.

Auch die weniger wichtigen, wenn auch sehr außenwirksamen Erfolge wollen sich die Liberalen nicht kleinreden lassen. Die FDP hatte sich für mehr „touristische Unterrichtungstafeln“ an der Autobahn stark gemacht und auch für die Wiedereinführung der alten Auto-Kennzeichen. „Das sind keine kleinen Themen, wenn man sieht, wie viele Leute in den ersten Tagen auf den Zulassungsstellen waren“, sagte André Quaiser, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Verkehr.

Der Direktkandidat für die Bundestagswahl, Marco Weißbach aus Freiberg, stellte sich vor. Viele Themen des 37-Jährigen sind typisch liberale. Die seiner Meinung nach verfehle Energiepolitik gehört dazu. „Man muss über die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken zumindest reden dürfen“, sagte Weißbach. Die gefährdeten Bahnverbindungen – Döbeln-Meißen und Freiberg-Holzhau – liegen ihm am Herzen und die Ortsumgehung Freiberg und die zweite Muldenquerung in Döbeln. Auch den Striegistalweg, der am Schwarzstorch zu scheitern droht, unterstützt er. „Derjenige, der den Bau des Weges in Hainichen behindert, ist der gleiche, der in Freiberg den Bau von Radwegen fördern will.“