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Freitag, 17.03.2017

Letzte Hoffnung für die Brandermittler

Nach dem Dippser Containerbrand sind 10 000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt. Vor dem Feuer gab’s Drohungen.

Von Franz Herz

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Am 31. Oktober 2015 brannten 68Container an der Friedrich-Engels-Straße in Dippoldiswalde aus.
Am 31. Oktober 2015 brannten 68 Container an der Friedrich-Engels-Straße in Dippoldiswalde aus.

© Archiv: Halkasch

  • Am 31. Oktober 2015 brannten 68Container an der Friedrich-Engels-Straße in Dippoldiswalde aus.
    Am 31. Oktober 2015 brannten 68 Container an der Friedrich-Engels-Straße in Dippoldiswalde aus.
  • Eigentümer Hendrik Schwarz steht vor dem Brandareal, das er nach Ende der Untersuchungen beräumen ließ. Jetzt hat er eine Belohnung ausgesetzt, um die Täter zu finden.
    Eigentümer Hendrik Schwarz steht vor dem Brandareal, das er nach Ende der Untersuchungen beräumen ließ. Jetzt hat er eine Belohnung ausgesetzt, um die Täter zu finden.

Dippoldiswalde. Die Polizei geht einen neuen Weg, um die Brandstifter zu finden, die vor knapp anderthalb Jahren eine Containeranlage in Dippoldiswalde angezündet haben. In der Nacht zum 31. Oktober 2015 ist der Komplex mit 68 Containern in der Friedrich-Engels-Straße in Dippoldiswalde in Flammen aufgegangen. Jetzt wird eine Belohnung von 10 000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung der Täter führen, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Lorenz Haase, bestätigte. Das Geld stellt der Eigentümer der Container zur Verfügung, die Unternehmensgruppe Schwarz. Geschäftsführer Hendrik Schwarz sagt: „Das habe ich schon ein, zwei Monate nach dem Brand angeboten. Jetzt sind sie darauf zurückgekommen.“

Auch sucht die Polizei gezielt nach zwei Personen, die in der Brandnacht in der Nähe der Container beobachtet wurden. Es handelt sich um einen Mann, der ein schwarzes Kapuzenshirt getragen hat mit einer Aufschrift, die womöglich „Dynamo Dresden“ hieß. Der Zweite ist ein Motorradfahrer, der auf einer Cross- oder einer Geländemaschine in der Nähe des Brandorts unterwegs gewesen ist. Die Polizei sucht die beiden als mögliche Zeugen, die Hinweise auf die Brandstifter oder auf den Hergang der Tat geben könnten.

Verdacht auf extremistische Motive

Bei der Polizei haben schnell nach dem Brand Spezialisten vom Operativen Abwehrzentrum die Ermittlungen übernommen. Das ist die Zentralstelle für die Ermittlungen wegen extremistisch motivierten Straftaten. Die Federführung des Verfahrens liegt bei der Staatsanwaltschaft Dresden. Das Operative Abwehrzentrum wurde eingeschaltet, weil sofort der Verdacht auf eine asylfeindlich motivierte Tat aufkam. Dem Brand sind Verhandlungen von Schwarz vorausgegangen, der die Container dem Landkreis als Asylbewerberunterkünfte angeboten hat. Ein Preis von 300 000 Euro war im Gespräch. Schwarz erhielt darauf telefonische Drohungen. Er solle sich vorsehen, an wen und für was er die Container verkaufe.

Die Polizei war sich auch sehr schnell sicher, dass Brandstiftung die Ursache für das Feuer war. Nicht nur die vorhergegangenen Drohungen sind ein Indiz dafür. Auch das Ausmaß, das der Brand in kürzester Zeit angenommen hat, spricht dafür, dass jemand nachgeholfen hat. Aber genau der Umfang des Brandes stellt die Ermittler jetzt vor große Probleme. In dem Großfeuer sind die Firmenunterlagen von Schwarz verbrannt, aber auch wichtige Spuren, welche zu den Tätern führen könnten.

Schwarz liegt aus zwei Gründen viel daran, dass die Brandstiftung aufgeklärt wird. Zum einen sagt er: „Die haben mich bedroht und mir enormen Schaden zugefügt. Ich will die vor Gericht sehen. Da ist die Belohnung vielleicht die letzte Hoffnung für die Ermittler“.

Zum anderen zögert seine Versicherung mit der Zahlung für den Schaden, solange das Ermittlungsverfahren nicht abgeschlossen ist. Eine Abschlagszahlung von 30 000 Euro hat er bekommen. Aber das deckt ja nur einen kleinen Teil des Schadens ab. Deswegen würde dem Unternehmer viel daran liegen, dass die ermittelnden Beamten endlich ein Ergebnis vorlegen könnten ober eben ohne ein solches die Akte schließen. Nun ist das Aussetzen einer Belohnung unter Kriminalisten umstritten. Es könnte auch sogenannte Zeugen locken, die gar nichts gesehen haben, aber scharf auf das Geld sind. „Das prüfen wir anhand der bisherigen Ergebnisse schon ab, ob die Aussagen Substanz haben“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft dazu.