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Freitag, 05.02.2016 Einkaufsführer

Lernen, wie man richtig lernt

Das Lern- und Sprachzentrum am Döbelner Obermarkt 11 hilft gezielt bei Lerndefiziten. Gegen Ende des Jahres blickt die Einrichtung auf 15 Jahre pädagogische Förderung zurück.

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Einrichtungsleiterin Heike Graf bietet im Lern- und Sprachzentrum Döbeln unter anderem gezielte pädagogische Lerntherapie an. Foto: Marion Gründler
Einrichtungsleiterin Heike Graf bietet im Lern- und Sprachzentrum Döbeln unter anderem gezielte pädagogische Lerntherapie an. Foto: Marion Gründler
  • Einrichtungsleiterin Heike Graf bietet im Lern- und Sprachzentrum Döbeln unter anderem gezielte pädagogische Lerntherapie an. Foto: Marion Gründler
    Einrichtungsleiterin Heike Graf bietet im Lern- und Sprachzentrum Döbeln unter anderem gezielte pädagogische Lerntherapie an. Foto: Marion Gründler
  • Annika Lorenz (l.) wird von Dozentin Helga Kutzsche im Fach Mathematik fit gemacht. Foto: Marion Gründler
    Annika Lorenz (l.) wird von Dozentin Helga Kutzsche im Fach Mathematik fit gemacht. Foto: Marion Gründler

Döbeln. Nach dem ersten Schulhalbjahr erhalten am Freitag die Schüler der Grund- und Oberschulen sowie die Gymnasiasten in Sachsen ihre Halbjahresinformationen. Dann winken die wohlverdienten Winterferien mit viel Freizeit und Erholung.

Doch in vielen Familien ist diese Vorstellung wohl ein Wunschtraum. Die Realität sieht eher so aus, dass mit dem Erhalt der Bescheinigung der Haussegen schief hängt und die Ferien überschattet. Obwohl sich Tochter oder Sohn in den vergangenen fünf Monaten ehrlich bemüht hatten, wächst die Sorge, ob in dem verbleibenden kurzen Zeitraum bis zum Ende des Schuljahres ein vorzeigbarer Abschluss erreicht werden kann.

Test- und Beratungstag am 27. Februar

Im Lern- und Sprachzentrum (LSZ) am Döbelner Obermarkt kennt man diese Sorgen und die Verzweiflung von Schülern und Eltern sehr genau. „Vorwürfe helfen nicht, sondern führen nur zum Streit“, weiß Heike Graf. Eher empfiehlt die Pädagogische Leiterin der Einrichtung in aller Ruhe „Familienrat“ zu halten und gemeinsam zu besprechen, wie die Zensuren verbessert werden können. „Wichtig ist, herauszufinden, welche Schwierigkeiten bestehen. Um die auszuloten, bieten wir kostenlose Test- und Beratungstage an. Der nächste Termin, an dem wir für Eltern und Schüler da sind, steht mit dem 27. Februar bereits fest. Wichtig dabei ist eine vorherige Anmeldung, da wir auf jeden Schüler individuell eingehen und auch Tests durchführen wollen, die helfen sollen, die Lernschwierigkeiten aufzudecken und einen Ansatz zur Abhilfe zu schaffen.“

Lernverhalten genau beobachten

Wenn Schule zur Qual wird, die Kinder meist in jeder freien Minute und unter Einsatz aller Familienmitglieder üben, sollte umgehend reagiert werden. „Ein sicheres Indiz, dass Kinder Hilfe brauchen, ist die Situation, dass schon einmal Beherrschtes nach kurzer Zeit wieder neu erarbeitet werden muss“, erklärt Heike Graf. „Zudem sollten Eltern beobachten, wie gleichaltrige Kinder lernen. Fallen bereits deutliche Unterschiede auf, sollte man das Gespräch mit dem Lehrer suchen oder sich an uns wenden. Je früher die Probleme erkannt werden, umso effektiver kann man helfen.“

Gezielte Therapie über längeren Zeitraum

So bietet das Lern- und Sprachzentrum unter anderem gezielte pädagogische Lerntherapie an. Erfahrungsgemäß sind bei Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) oder Rechenschwäche (Dyskalkulie) ein bis zwei Jahre Therapie erforderlich, um die Schüler an das Niveau der Mitschüler heranzuführen. Die Förderung kann im Einzelunterricht oder in der Kleingruppe stattfinden.

Wieder Freude am Lernen

Annika Lorenz kommt seit etwa vier Jahren regelmäßig ins LSZ nach Döbeln. Die heute 13-Jährige stieß in der zweiten Klasse der Grundschule an ihre Grenzen in Mathematik. „Meine Mitschüler rechneten schon eifrig, und ich wusste noch nicht einmal, wo ich bei der Aufgabe ansetzen sollte.“ So manches Mal habe sie in ihrer Bank gesessen und vor Verzweiflung geweint. Mitunter habe es auch Phasen gegeben, in denen sie viel geübt habe und sich gut vorbereitet gefühlt hätte. „Und dann bin ich wieder an der Aufgabenstellung gescheitert.“

Verständnisvolle Lehrer, die Annika bei Tests etwas mehr Zeit einräumen und die Hilfe, die sie im LSZ erfährt, haben das Mädchen gestärkt und jetzt sattelfester gemacht. „Seitdem geht es mir wieder gut“, unterstreicht die Oberschülerin.

Marion Gründler