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Dienstag, 26.09.2017

Lernen im Museum

Der Heimatverein bekommt vom Landaufschwung Mittelsachsen eine Förderung. Das Geld wird auch für mehr Sicherheit eingesetzt.

Von Sylvia Jentzsch

Museum in Kulturschule

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Die Schüler der vierten Klasse der Grundschule Technitz waren zu Gast im Schrebitzer Heimatmuseum. Um authentisch zu sein, zogen sie sich altertümlich an. Die Schüler erlebten eine historische Schulstunde. Bald soll noch mehr geboten werden.
Die Schüler der vierten Klasse der Grundschule Technitz waren zu Gast im Schrebitzer Heimatmuseum. Um authentisch zu sein, zogen sie sich altertümlich an. Die Schüler erlebten eine historische Schulstunde. Bald soll noch mehr geboten werden.

© Dietmar Thomas

  • Die Schüler der vierten Klasse der Grundschule Technitz waren zu Gast im Schrebitzer Heimatmuseum. Um authentisch zu sein, zogen sie sich altertümlich an. Die Schüler erlebten eine historische Schulstunde. Bald soll noch mehr geboten werden.
    Die Schüler der vierten Klasse der Grundschule Technitz waren zu Gast im Schrebitzer Heimatmuseum. Um authentisch zu sein, zogen sie sich altertümlich an. Die Schüler erlebten eine historische Schulstunde. Bald soll noch mehr geboten werden.
  • Birgit Müller ist die Vorsitzende des Schrebitzer Heimatvereins.
    Birgit Müller ist die Vorsitzende des Schrebitzer Heimatvereins.

Schrebitz. Die Freude bei den Heimatfreunden ist groß. Sie haben 7 500 Euro Fördergeld vom Landaufschwung Mittelsachsen bekommen. Damit können sie einige Vorhaben realisieren, die sonst noch hätten warten müssen. Es geht um Projektarbeit, die bessere Präsentation der Sammlungsgegenstände, mehr Sicherheit für das Objekt. „Die Zusage des Fördergeldes ist auch eine Anerkennung unserer bisherigen Arbeit“, so Vereinsvorsitzende Birgit Müller.

Schon seit vielen Jahren empfängt der Heimatverein Mädchen und Jungen aus der Region, um mit ihnen für eine kurze Zeit in die Vergangenheit einzutauchen. Höhepunkt des Rundganges durch das Heimatmuseum ist immer der Besuch des alten Schulzimmers inklusive einer kurzen Schulstunde. Dafür legen die Kinder Kragen um, wie es früher üblich war. Die Technitzer Schüler, die kürzlich im Heimatmuseum zu Gast waren, kamen sogar in historischer Kleidung.

Doch Birgit Müller will mehr als nur über den Unterricht von früher erzählen. Sie will Projekte anbieten, die Kinder ein Stück mehr von der Vergangenheit erleben lassen. Dazu gehört zum Beispiel das Schreiben von alten Buchstaben mit Tinte und Feder. Urkundenrollen aus Pergamentpapier sollen entstehen. Sie will historische Filme zeigen, wie früher in der Landwirtschaft gearbeitet wurde oder welche Technik der Feuerwehr vor 80 Jahren zur Verfügung stand.

Museum in Kulturschule

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Der Schrebitzer Heimatverein wurde 1998 gegründet

2001 eröffnete die Heimatstube mit den ersten vier Ausstellungsräumen im ehemaligen Schulgebäude.

Das erste Bierfest wurde 2007 organisiert und der 3000 Besucher begrüßt.

Die Kulturschule, in der sich das Museum befindet, wurde 2014 nach dreijährigen Umbau eröffnet.

Das Museum hat ab April jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Andere Termine sind mit Birgit Müller unter Telefon: 034362 33810 zu vereinbaren.

Für Sonnabend, 21. Oktober, bereiten die Mitglieder des Heimatvereins das zehnte Schrebitzer Bierfest vor. Los geht es um 19 Uhr. Musikalisch werden die Gäste vom Duo Revival unterhalten. Es gibt verschiedene Biersorten, Bowle und einen Imbiss. Im Vorverkauf gibt es die Karten für 5 Euro. An der Abendkasse kosten sie 7 Euro. Bestellungen sind unter Telefon: 03436233935 oder -34043 möglich.

Der Heimatverein hat noch mehr Pläne. „Es gibt eine Arbeitsgruppe, die eine Gebäudekartei erstellt. Das heißt, für jedes Haus, das in Schrebitz steht, wird notiert, wann es erbaut wurde, welche Besitzer es hat und ob sich in ihm Geweberäume befunden haben“, so Birgit Müller. Die Arbeit zur Erstellung der Kartei sei sehr umfangreich, aber interessant.

Ebenso in Vorbereitung ist der 20. Jahrestag des Vereins, der 2018 gefeiert werden soll. Für diesen Tag plant Birgit Müller eine Fotoausstellung sowie ein offenes Chronistenarchiv. Auch das muss langfristig vorbereitet werden.

Mehr Arbeit vor Ort und an der frischen Luft erfordert die Aufzeichnung, welche bemerkenswerten und bedeutenden Bäume es in und um Schrebitz gibt. An diesen sollen auch Tafeln aufgestellt werden.

Auf der Agenda der Vereinsmitglieder steht für dieses Jahr die Fertigstellung der Sonderausstellung über Magnus Guido Uhlemann. Er war der Besitzer des Gutes Görlitz, Geheimer Ökonomierat und konservativer sächsischer Politiker. Birgit Müller zählt viele Verdienste des ehemaligen Schrebitzers für die Region auf. Die Sonderausstellung löst die des Musikers Horst Karl Hessel ab, die im April vergangenen Jahres anlässlich seines 100. Geburtstages eröffnet wurde.

Neben inhaltlichen Dingen geht es den Mitgliedern des Heimatvereins auch um die Ausstattung. Zum einen sollen die über Jahre gesammelten Exponate besser präsentiert, die Vitrinen beleuchtet werden. Zum anderen geht es auch um die Sicherheit. Die kann nun mithilfe des Fördergeldes verbessert, eine Schließ- und Überwachungsanlage eingebaut werden. Außerdem geht die Dokumentation der Ausstellungsstücke weiter. Dafür nutzen die Heimatfreunde ein Programm zur Inventarisierung. Um auch in den modernen Medien präsent zu sein, wird für den Verein und das Museum eine Homepage erstellt. „Damit wollen wir werben und über unsere Arbeit informieren“, sagte Birgit Müller. Sie setzt nicht nur auf die modernen Medien. Vom Fördergeld sollen auch Flyer, Handzettel und Broschüren entstehen. Um die finanzielle Unterstützung in Höhe von 7 500 Euro zu erhalten, schrieb die Vereinsvorsitzende einen Antrag und musste das Konzept vor einem Gremium verteidigen. Beim Ausfüllen der Unterlagen wurde sie von den zuständigen Mitarbeitern unterstützt, die ihr mit Rat und Tat zur Seite standen. Außerdem war ein Eigenanteil in Höhe von 20 Prozent nachzuweisen.