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Montag, 11.09.2017

Leipzig in Vorfreude

Vor der RB-Premiere in der Champions League gibt es um eine Personalie Ungewissheit. Das soll Monaco wohl verwirren.

Von Jens Marx

Hier freut sich Naby Keita (r.) über seinen Treffer zum 0:1 in Hamburg, Willi Orban feiert mit. Später trübt eine Verletzung die Stimmung des RB-Torjägers.
Hier freut sich Naby Keita (r.) über seinen Treffer zum 0:1 in Hamburg, Willi Orban feiert mit. Später trübt eine Verletzung die Stimmung des RB-Torjägers.

© dpa

Nur die öffentliche Ungewissheit um den Einsatz von Naby Keita trübt die Vorbereitung von RB Leipzig auf das Debüt in der Champions League. Mögliche Informationen zum Zustand des 22 Jahre alten Mittelfeldstars soll es gegebenenfalls am Montag vom Fußball-Bundesligisten geben. Ob letztlich mit oder ohne Keita – zwei Tage später wollen die Leipziger auch im ersten Europapokalspiel in der DFB-Gründerstadt seit dem 26. Oktober 1988 die wundersame Reise des jungen Vereins fortsetzen. „Gerade zu Hause traue ich uns zu, für eine Überraschung zu sorgen“, betonte Kapitän Willi Orban.

Rechtzeitig in Form gekommen ist die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl auf jeden Fall. Nach der Niederlage zum Liga-Auftakt beim FC Schalke 04 feierten die RB-Profis zwei Siege nacheinander – vor allem auch dank Timo Werner. Der 21-Jährige erzielte drei der sechs Treffer. „Timo ist mit seinem wahnsinnigen Speed schwer zu halten. Es ist eine Sache, zwei, drei Leute stehen zu lassen, aber dann auch noch so eiskalt vor dem Tor zu sein – wir wissen, was wir an ihm haben“, sagte Orban nach dem 2:0 beim HSV mit Werners Weltklasse-Treffer inklusive Sololauf. „Das ist schon fast Wettbewerbsverzerrung, wenn er mit seinem Speed hier läuft“, zeigte sich selbst Trainer Ralph Hasenhüttl in Hamburg ziemlich verblüfft.

Die Abwehr des AS Monaco dürfte bereits in höchster Alarmbereitschaft sein. Erst recht, nachdem der französische Meister der vergangenen Saison am Sonnabend eine üble 0:4-Klatsche im Derby bei OGC Nizza kassierte. Es war die erste Niederlage für das Team um den noch verbliebenen Superstar Radamel Falcao. Der andere Star, Kylian Mbappé, war jüngst zu Paris Saint-Germain gewechselt.

Auch das macht den RB-Profis, von denen gerade mal drei bisher mehr oder weniger Erfahrungen in der höchsten kontinentalen Vereins-Spielklasse sammelten, Mut gegen die Monegassen. „Letztes Jahr waren sie im Halbfinale der Champions League, nun haben sie aber sechs oder sieben Stammspieler verloren“, meinte Leipzigs Neuzugang Kevin Kampl. Er, Jean-Kévin Augustin mit ein paar Minuten als zweifacher Einwechselspieler bei PSG und Emil Forsberg während seiner Zeit bei Malmö absolvierten bereits Champions-League-Einsätze.

Für den großen Rest wird es ebenso Neuland wie für die Fans des im Mai 2009 gegründeten Clubs. Umso verwunderlicher, dass die Partie am Mittwoch (20.45 Uhr) noch immer nicht ausverkauft ist. Dennoch erwartet die junge Mannschaft eine Gänsehaut-Atmosphäre. Zur Freude von Hasenhüttl konnte Forsberg, der beim HSV wegen einer Erkältung fehlte, beim Training am Sonnabend in Leipzig wieder mitmachen. Keita nicht. Er musste vorzeitig in Hamburg vom Platz, hielt sich die Leiste. Hasenhüttl zufolge war nach dem Spiel noch nicht klar, ob sich Torschütze Keita eine Zerrung im Leisten- oder Adduktorenbereich zugezogen oder lediglich unter einem Krampf gelitten hatte.

Sonnabend veröffentlichte RB keine Diagnose, am trainingsfreien Sonntag zunächst auch nicht. Womöglich will Hasenhüttl die AS-Verantwortlichen im Unklaren lassen, ob einer seiner wichtigsten Spieler zur Verfügung steht. Die anderen sind auf jeden Fall bereit. „Die Vorfreude ist riesig, das merkt man bei allen in der Mannschaft“, sagte Lukas Klostermannn. (dpa)

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