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Lehrreicher Blick ins Gehirn

Psychisch Kranke werden in Afrika vielerorts eingesperrt. Ein Dresdner Verein will ihnen helfen und klärt auf.

18.09.2017

er Blick ins Gehirn
Was das Gehirn alles kann, erklärt ein Dresdner Verein in Afrika.

© privat

Ein Dutzend Menschen, eingesperrt in einem kleinen Raum. Diesen Anblick in einem Ort in Ghana hat Rick Wolthusen nicht vergessen. Diese Menschen hatten nichts Schlimmes getan, sie waren krank – psychisch krank. In vielen afrikanischen Ländern gilt das aber als fremd, gefährlich, mancherorts hält man es für böse Zauberei. Mit einigen Mitstreitern wollte der Medizinstudent aus Sachsen helfen, dass sich der Blick auf Betroffene verändert. Dafür könnte der Dresdner Verein On the move nun einen Preis bekommen.

Ursprungsidee des Vereins war die Organisation von Freiwilligendiensten in 13 afrikanischen Ländern. Wichtige Säule ist seit ein paar Jahren das Projekt „Brain Awareness“. „Wir wollten in Afrika keine Vorträge über psychische Erkrankungen halten, die mit erhobenem Zeigefinger daherkommen“, erklärt Wolthusen. Vielmehr ginge es darum, den Menschen vor Ort auf unterhaltsame Weise Wissen rund um das Gehirn zu vermitteln. So wird auch Wissenswertes zu den Krankheiten erklärt und gleichzeitig das Interesse an Wissenschaft geweckt. Vor allem in Schulen sind die Vereinsmitglieder damit zu Gast.

Vor gut einem Jahr hat der Verein eine Fahrradwerkstatt und einen Ausbildungsort in Ghana eröffnet, in dem Erkrankte arbeiten können. Sie sollen so Schritt für Schritt wieder in die Gesellschaft integriert werden. Für seinen Einsatz ist der in Dresden gegründete Verein nun für den Deutschen Engagementpreis nominiert. Bis zum 20. Oktober kann online noch für den Publikumspreis eine Stimme abgegeben werden. Die 10 000 Euro Preisgeld würden bei einem Sieg in den Ausbau des Projekts in Afrika fließen, sagt Wolthusen.

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