Donnerstag, 13.12.2012

Landkreis Görlitz: 28-Jährige erstickt Säugling nach Geburt

Görlitz/Leutersdorf. Eine 28-Jährige hat in Ostsachsen ihr Baby während oder unmittelbar nach der Geburt im Badezimmer ihrer Wohnung erstickt. Der Junge habe gelebt und sei am Mittwochmorgen durch Druck auf den Hals gestorben, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in Görlitz nach der Obduktion der Babyleiche am Donnerstag mit. Ein Notarzt hatte den leblosen Säugling gefunden. Gegen die Frau aus der Gemeinde Leutersdorf werde wegen Verdachts des Totschlags ermittelt.Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Görlitz, Till Neumann, sagte, die Gründe der Mutter seien bislang unklar. Angehörige hätten den Notarzt gerufen. Es gebe bisher keine Informationen darüber, wie lange die Schwangerschaft gedauert habe.

Auf Totschlag steht eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Allerdings ist laut Staatsanwaltschaft zu berücksichtigen, dass das Kind während oder unmittelbar nach der Geburt getötet worden sei. Es sei daher zu prüfen, ob ein minder schwerer Totschlagsfall vorliege - wegen der mit einer Geburt verbundenen psychischen und physischen Belastungen. Für diesen Fall betrage das Strafmaß ein bis zehn Jahre.

Nach Auskunft Neumanns ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, ob die 28-Jährige verhaftet wird. Dies sei auch am Donnerstag nicht mehr zu erwarten. (dpa)

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