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Montag, 26.01.2015

Lagerhalle in Flammen

Das Gebäude der Kamenzer Tafel wurde Sonntagnacht beim Brand schwer beschädigt. Unterkriegen lässt man sich nicht.

Mitarbeiterin Gerlinde Lorenz stand gestern in den Trümmern der Tafel in Kamenz. Am Sonntagabend hatte der Dachstuhl gebrannt.
Mitarbeiterin Gerlinde Lorenz stand gestern in den Trümmern der Tafel in Kamenz. Am Sonntagabend hatte der Dachstuhl gebrannt.

© René Plaul

Am Ende waren es Sonntagnacht 22 Einsatzwagen, neun Wehren und 81 Feuerwehrleute, die vor dem großen Gebäude am Garnisonsplatz 4 Stellung bezogen. Eine zufällig vorbeifahrende Polizeistreife wurde gegen 20.30 Uhr auf das Feuer aufmerksam. Und alarmierte die Einsatzkräfte. Darunter auch den Oberbürgermeister, der ebenfalls mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes vor Ort eilt. In einem Gebäudeteil des Areals befindet sich nämlich die Kamenzer Tafel e.V. - ein gemeinnütziger Verein, der bedürftigen Menschen der Region hilft. Ihnen kostengünstige Lebensmittel anbietet, ebenso Kleidung und andere Dinge im Fair-Kaufhaus. Und der am Wochenende auch noch Essen kocht für etwa 40 Sozialschwache.

Fotos vom Brand in Kamenz

Schwierigkeiten beim Löschen

Betroffen ist das gesamte Areal der Tafel vor allem deren Lager und das Fair-Kaufhaus. Auch eine nebenstehende Lagerhalle muss evakuiert werden. Hier stehen Winterdienstgerätschaften und -fahrzeuge eines Subunternehmer der Kommunalen Dienste Kamenz. Diese können komplett gesichert werden.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erschwert die Löscharbeiten allerdings in dieser Nacht. Um Blechelemente vom Dach zu entfernen, wird wenig später die Zschornauer Baufirma Herwehe zu Hilfe gerufen, welche mit Baggern anrückt. Gerade darunter züngeln die Flammen unerbittlich weiter.

Die Inhaber des Edeka-Marktes, Manuela und Marco Peltzer sichern unterdessen die Versorgung der Feuerwehrleute mit Würstchen, Getränken und Brötchen ab. Denn bis früh vier Uhr dauern die Löscharbeiten an. Eine Brandwache ist noch gegen neun in der Frühe zugegen.

Tafel zieht um

Nach dem Schock gilt es nun, voran zu blicken, sagt Gabriele Tenne, Chefin der Kamenzer Tafel, die in der Nacht natürlich zugegen ist. „Aufgeben gibt es für uns nicht“, sagt sie. „Das sind wir vor allem unserer Kundschaft schuldig! Viele rechnen mit der Tafel, können nur so monatlich über die Runden kommen.“ Bis zu 45 Bedarfsgemeinschaften kommen wöchentlich einkaufen, sichern damit ihren sowieso schon schwierigen Alltag ab.

Resolut werden deshalb Gespräche geführt. Mit dem Bürgermeister beispielsweise, der alle Hilfe anbietet, die die Stadt leisten kann - ideell wie arbeitskräftemäßig. Ein Spendenaufruf für den gebeutelten Verein ist in Arbeit. Auch Hilfe auf der Suche nach einem Ersatzobjekt kommt zur Sprache. Doch gegen Mittag steht fest: Die Tafel wird voraussichtlich nur ein paar Meter weiter in neue Räume ziehen, die ebenfalls ihrem Vermieter gehören. „Er hat uns Hilfe angeboten, obwohl er ja selber arg betroffen ist und wir würden sie gern annehmen, da wir in der Nähe bleiben wollen“, so Gabriele Tenne. Außerdem vereinfacht es den Umzug.

Die Polizei ermittelt übrigens wegen möglicher Brandstiftung in alle Richtungen, da zumindest eine fahrlässige Verursachung nicht auszuschließen ist. (szo/if)

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