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Freitag, 04.08.2017

Kurfürstlich

In Meißen wird barocke „Tisch- und Tafelkultur“ vermittelt.

Von Philipp Demankowski

Das Menü wird stilecht auf edlem Porzellan serviert. | Foto: PR
Das Menü wird stilecht auf edlem Porzellan serviert. | Foto: PR

In grauer Vorzeit, vor den Umtrieben eines gewissen Böttgers, speiste man auch in Sachsen noch von Tellern aus Holz, Ton, Zinn oder gar Silber. Erst August der Starke präsentierte als erster Herrscher seinen staunenden Gästen eine kostbare Tafelausstattung aus Meißner Porzellan. Die Gäste der Veranstaltung „Tisch- und Tafelkultur“ erfahren, wie sich das Verhalten und Benehmen zu Tisch in der Zeit Augusts des Starken änderte.

Drei Jahrhunderte Porzellangeschichte

Einflüsse aus anderen Teilen Europas beherrschten von da an die kürfürstliche Tafelei. „Die Kultur des Speisens erlangte erst damals den Anspruch des sorgfältigen Herrichtens einer festlichen Tafel und den Luxus, sich Zeit für Gemeinsamkeit und Essensgenuss zu nehmen“, erklärt Marketingleiterin Kathrin Kretzschmar. „Für den kulinarischen Genuss wurden die passenden Teller, Terrinen und Schüsseln entwickelt. Natürlich war es ein Höchstgenuss, wenn diese in der Meißner Porzellan-Manufaktur gefertigt wurden.“ Kreiert wird das Menü von Küchenchef Jens Troschütz, der nach verschiedenen Stationen in der Region seit Januar 2016 die Kochlöffel im Restaurant der Porzellanmanufaktur schwingt. Natürlich können auch die Gäste die Vorzüge edlen Geschirrs genießen. „Die Vorspeise, ein Curry-Zitrussüppchen mit Garnele, wird auf dem Schwanenservice kredenzt, eines der prächtigsten Porzellanservices der Barockzeit. Das zentrale Motiv ist das Wasser als Sinnbild des ewig währenden Lebensflusses“, sagt Kathrin Kretzschmar. Auch der „Volle grüne Weinkranz“, ein Klassiker aus dem 19. Jahrhundert, darf nicht fehlen. Das rosa gegarte Rinderfilet an Pfifferlingsrisotto und napierter Orangenjus wird auf diesem Dekor inszeniert. Der Porzellanmaler verband die Farbe Grün als Sinnbild für das Leben und die Hoffnung und den Wein als Zeichen für Lebenskraft. Damit entwarf er eine Hommage an die Region des sächsischen Elbtals und deren Weine, die bei Bedarf zum Menü gereicht werden. Das Dessert wird schließlich auf dem Service Wellenspiel präsentiert. Damit endet eine Reise durch drei Jahrhunderte Porzellangeschichte.

Service:

Was: Tisch- und Tafelkultur

Wann: 12. August, 19 Uhr

Wo: Café und Restaurant Porzellanmanufaktur Meißen

Preis: 49 Euro pro Person

Hotline: 03521 468206

Internet: www.meissen.com