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Donnerstag, 24.03.2016

Zeichen der Hoffnung

Deutschland kommt zu sich: Warum der Wahlerfolg der AfD eine große Erleichterung ist.

Von Michael Bittner

Michael Bittner.
Michael Bittner.

© Ronald Bonß

Wir dürfen aufatmen: All jene, die bisher das Gerücht verbreitet haben, in Deutschland hätten Parteien mit offen rechter Gesinnung keine Chance, sind eindrucksvoll widerlegt. Mit den vergangenen Landtagswahlen ist die Bundesrepublik mit einem Paukenschlag um vieles ehrlicher geworden. Und nichts war zu diesem Durchbruch nötig als ein bisschen aufgestauter Frust. Männer, die sonst sonntags ihr Bier vorm Fernseher trinken, tranken es diesmal vorm Wahllokal und schafften es dann auch noch, ihr Kreuz an der rechten Stelle zu machen.

Teenager, die von ihrer Mutti bevormundet werden, freunden sich oft gerade deshalb aus Trotz mit zwielichtigen Typen an. Die bockigen Wähler, die der alternativlosen Mutti mal eins auswischen wollten, stimmten bei der jüngsten Wahl für die Alternative für Deutschland. Die meisten von ihnen sagen dabei, dass sie dieser Partei gar keine wirklichen Lösungen zutrauen. Selbst die Mehrheit ihrer Wähler hält also die Alternative für Deutschland nicht für eine Alternative für Deutschland. Aber warum nicht trotzdem mal für sie stimmen? Regieren wird sie ja ohnehin nicht, denn sie will mit niemandem und niemand will mit ihr. Es glaube keiner, die Wähler wären dumm! Sie wissen schon genau, wie man Dampf ablassen kann, ohne allzu großen Schaden anzurichten.

Für einige Deutsche ist der Wahlerfolg der AfD dennoch ein erfreuliches Zeichen der Hoffnung. Zum Beispiel für André Poggenburg, den Landesvorsitzenden der Partei in Sachsen-Anhalt. Eben noch wäre er wegen seiner Schulden beinahe ins Gefängnis gewandert – ab sofort bekommt er 7 255 Euro im Monat vom Staat. Da sage noch einer, die Politik könne das Leben der Bürger nicht zum Besseren verändern! Hoffentlich haben noch viele andere Versager jetzt auch so eine goldene Zukunft.

Ich selbst bin seit dem 13. März auch sehr erleichtert. Die Deutschen waren mir im vorigen Jahr schon fast unheimlich geworden mit all ihrer Hilfsbereitschaft und Weltoffenheit. Fast hätte man glauben können, sie wollten ihren Reichtum nutzen, um die Welt ausnahmsweise mal etwas besser zu machen! Damit ist nun zum Glück Schluss. Nur die armen Flüchtlinge tun mir ein wenig leid: Die Deutschen werden ihnen nicht so schnell verzeihen, dass sie von ihnen dazu verführt worden sind, mal etwas Menschlichkeit zu zeigen.

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