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Mittwoch, 10.02.2016

Wir verzichten!

Von Marcus Krämer

© szo

Mit dem Beginn der Fastenzeit an diesem Aschermittwoch wollen wir auch im Feuilleton der SZ sieben Wochen lang auf all das verzichten, was Spaß macht. Wenn zum Beispiel der Künstler Ai Weiwei in China einen Sack Legosteine umwirft, dann soll uns das bis Ostern keine Nachricht wert sein. Auch Til Schweiger kann uns mal. Besonders schwer wird es uns fallen, sämtliche Äußerungen von Frauke Petry und Beatrix von Storch zu ignorieren. Wer uns dennoch dabei ertappt, darf von der Schusswaffe Gebrauch machen. Aber nur als Ultima Ratio, versteht sich.

Gerne würden wir auch auf Todesnachrichten von Rockstars verzichten. Doch diesbezüglich scheint es das Jahr 2016 nicht gut mit uns zu meinen. Apropos: Von heute an darf auch der Hinweis, man wünsche noch nachträglich ein „frohes neues Jahr“, als entbehrlich gelten. Und ja, Schokohasen im Februar sind eine Plage, noch lästiger aber ist das alljährliche Gezeter im Feuilleton, dass Supermärkte „jedes Jahr früher“ damit anfangen.

Schluss mit dem Kulturpessimismus! Wir wollen auch keine Artikel mehr über die Vorzüge des Facebookfastens lesen. Klar, Jesus war in der Wüste 40 Tage lang offline. Aber hat er etwa gleich einen Lifestyletrend daraus gemacht? Schlussendlich muss auch der Hinweis, dass all diese Vorsätze überhaupt nicht einzuhalten sind, verzichtbar sein. Denn darüber dürfte inzwischen Einvernehmen bestehen: Wir schaffen das nicht.

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