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Montag, 11.09.2017

Verwirrungen im Mordkarton

Zwei Tote, Korruption bei der Polizei, politischer Filz: Die neue Folge der „Marthaler“-Reihe im ZDF beackert viele Themen.

Von Johannes von der Gathen

Nach einer wilden Jagd wurde das Team um Kommissar Marthaler (Matthias Koeberlin, vorn) von einem verdächtigen anonymen Anrufer abgehängt
Nach einer wilden Jagd wurde das Team um Kommissar Marthaler (Matthias Koeberlin, vorn) von einem verdächtigen anonymen Anrufer abgehängt

© ZDF

Er ist der ruppige Streuner unter den oft glattgebügelten TV-Ermittlern. Kommissar Robert Marthaler, gespielt von Matthias Koeberlin, liebt die Nacht, den Rotwein und die Großstadt am Main. Dann kurvt er mit seinem alten Mercedes-Benz durch die Straßen von Frankfurt. Seit 2012 ermittelt dieser renitente Straßenköter mit Dienstmarke erfolgreich im ZDF.

Und die Zuschauer mögen den kantigen Kommissar, der lieber Parka als Anzug trägt. Für seinen letzten Fall „Engel des Todes“ interessierten sich 6,05 Millionen Zuschauer. In dem neuen, mittlerweile fünften Film „Die Sterntaler-Verschwörung“, der am Montag im Zweiten läuft, bekommt es Marthaler mit einem mächtigen Gegner aus den eigenen Reihen zu tun. Und privat läuft bei ihm gerade auch einiges schief.

In einem Hotel im Frankfurter Bahnhofsviertel wird eine Enthüllungsjournalistin ermordet. Bevor Marthaler und sein Team die Ermittlungen aufnehmen können, werden sie von dem LKA-Beamten Rotteck (aalglatt: André Hennicke) zurückgepfiffen. Stattdessen sollen sie den vermeintlichen Selbstmord des pädophilen Landtagsabgeordneten Johann von Münzenberg aufklären. Doch plötzlich scheint es Verbindungen zwischen beiden Todesfällen zu geben, und etliche Spuren führen in den ominösen Nachtklub „Sterntaler“, in dem auch Politiker verkehren.

Marthaler kann sich diesmal nicht ganz auf seinen Job konzentrieren: Freundin Tereza hat ihn verlassen und ist kurzerhand nach Prag gezogen. „Du bist so verpackt in deine Mordkartons“, lautet der lakonische Kommentar der Kunsthistorikerin zum Abschied. Das Auspacken der „Mordkartons“ gestaltet sich diesmal allerdings dramaturgisch eher schwach: Zu viele Verdächtige, Spuren, die ins Nichts führen, und ein Hauptverdächtiger, der von Beginn an bekannt ist: Richtig spannend ist das Strickmuster dieses TV-Krimis diesmal nicht. Trotzdem schafft es der Film, dass man 90 Minuten lang aufmerksam zuschaut. Das liegt einfach an diesem etwas verrückten Typen Robert Marthaler, den Matthias Koeberlin überzeugend verkörpert. (dpa)

„Die Sterntaler-Verschwörung“, 20.15 Uhr, ZDF

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