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Donnerstag, 18.02.2016

Sprachwandel beschleunigt sich

Rettungsschirm, Drohnen, fremdschämen, stalken und gendern: Immer mehr neue Begriffe werden in den deutschen Wortschatz aufgenommen. Für die Sprache und Rechtschreibung hat das Folgen.

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© Symbolfoto: dpa

Mannheim. Immer weniger Fremdwörter aus dem Englischen, Französischen und anderen modernen Sprachen werden eingedeutscht. Dies ergab ein Forschungsprojekt, das am Donnerstag im Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim vorgestellt wurde.

„Integrierte Schreibweisen sind kaum noch nachweisbar“, sagte die Sprachwissenschaftlerin Sabine Krome. Die Rechtschreibreform von 1996 habe zwar eingedeutschte Varianten wie Ketschup (neben Ketchup) und Bravur (neben Bravour) zugelassen, dies habe sich aber nicht durchgesetzt. Neue Fremdwörter wie Fracking, Bad Bank und Follower werden demnach meist in der fremdsprachigen Form in den deutschen Wortschatz übernommen. Ein Grund dafür sei, dass immer mehr Deutsche gut Englisch schreiben und sprechen können, wie Krome erklärte.

Das IDS, die Fachrichtung Computerlinguistik der Universität des Saarlandes sowie die Wörterbuchverlage Duden (Bibliographisches Institut) und Wahrig bei Brockhaus erforschten in dem Projekt die „Analyse und Instrumentarien zur Beobachtung des Schreibgebrauchs im Deutschen“. Internettexte nicht professioneller Schreiber in Onlineforen und Kurzmitteilungsdiensten verändern demnach den allgemeinen Schreibgebrauch. Der Saarbrücker Computerlinguist Manfred Pinkal rechnet damit, dass die orthografische Vielfalt zunehmen wird und sich bisher nicht normgemäße Schreibweisen als neue Varianten etablieren.

Die Projektpartner wollen dem Rat für deutsche Rechtschreibung Vorschläge zur Anpassung des Regelwerks machen. Der IDS-Direktor Ludwig Eichinger warnte aber vor überzogenen Erwartungen: „Ich sehe derzeit nicht die Tendenz im Rat, die Variation zusätzlich zu vergrößern.“ (dpa)

››› Projekt Schreibgebrauch im Internet

Leser-Kommentare

Insgesamt 2 Kommentare

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  1. Demokrat

    Es gibt wohl kaum ein Land der Welt welches seine Sprache so verhuntzen lässt wie Deutschland -maßgeblichen Anteil daran haben die Medien die ja letztendlich solchen Schwachsinn verbreiteten . Nun Begriffe wie Shopping ,Fast Food ect haben sich leider in vielel Ländern der Welt verbreitet da ja auch US Amerikanische Handelsgruppen Restaurantketten ihre Filialen eröffneten . Aber Deutschland ist die Spitze ,Göthe und Schiller wären schockiert würden sie dies erleben.

  2. Bernd

    @1 Na bitte nicht sooo kritisch. Immerhin ist Dresden ja "The place to be" und Kultus meint: Be smart - Don't start... (Man hätte auch sagen können: Schmeiß die Kippe weg!) oder wie Herr Hoose sagen würde: Simply Saxony....

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