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Samstag, 26.03.2016 TV-Tipp

Schotte ohne Schottenrock

Ruhiger als so mancher „Tatort“, dafür manchmal mit mehr Tiefgang – die ARD zeigt die erfolgreiche BBC-Krimireihe „Mord auf Shetland“.

Von Marco Krefting

Mit Kommissar Jimmy Perez (Douglas Henshall) bringt die ARD einen weiteren ausländischen Ermittler ins Programm: charismatisch, sympathisch, unverwechselbar.
Mit Kommissar Jimmy Perez (Douglas Henshall) bringt die ARD einen weiteren ausländischen Ermittler ins Programm: charismatisch, sympathisch, unverwechselbar.

© ARD

Immer wieder diese Weite. Mal fährt das Auto über Straßen, die sich durch die grünen Hügel schlängeln. Mal fährt die Fähre übers Meer. Rechts und links nur Wasser. Graue Tristesse liegt über den Shetland-Inseln. Wer hier lebt, muss mit Langeweile rechnen. „Und man hat Zeit, seinen Zorn zu nähren“, sagt Kommissar Jimmy Perez. Er muss den gewaltsamen Tod einer alten Frau aufklären. Mit „Mord auf Shetland“ startet das Erste am Ostersonntag eine neue Krimireihe.

Direkt im Anschluss an den Lindholm-„Tatort“ geht es also auf die Inseln. Mal abgesehen davon, dass Morde hier eher rar gesät sind, haben Ermittler Perez und sein Team ein weiteres Problem. „Auf den Shetlands sind alle irgendwie miteinander verwandt.“ Was wie ein Klischee oder eine Lästerei klingt, sagt eine der Angehörigen der Getöteten – und von gleich mehreren Verdächtigen. „Niemand verdächtigt gerne einen Shetlander“, räumt Perez ein. Aber er hat in dieser spärlich besiedelten Gegend nicht wirklich eine andere Wahl. Vorerst vier Krimis der BBC-Reihe will die ARD zeigen. Wenn die gut ankommen, sind weitere Synchronisationen denkbar, denn die BBC hat die meisten der Erfolgsromane von Ann Cleeves bereits verfilmt. Gut sechs Millionen Briten sahen die Folgen.

Dass sich die ARD im Sortiment der ausländischen Ermittler wie Irene Huss von der Kripo Göteborg und Kurt Wallander des schwedischen Kult-Schriftstellers Henning Mankell nun für den Schotten mit spanischen Vorfahren entschieden hat, liegt zum einen an der Kulisse, informierte die ARD: „Mord auf Shetland“ entführe die Zuschauer in eine neue Landschaft. Die Shetland-Inseln hätten einen ganz eigenen, rauen Charme. Die Landschaft bestimme die Fälle, das Tempo der Handlung und die Figuren maßgeblich mit.

Und so braucht es knapp zwei Stunden, bis der Mörder gefunden ist, auch wenn es am Anfang so scheint, als wäre bald alles klar. (dpa)

„Mord auf Shetland“, Sonntag, 21.45 Uhr, ARD

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