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Donnerstag, 12.10.2017

Schenkung für Pechstein-Museum

Das Zwickauer Max-Pechstein-Museum kann sich regelmäßig über Gaben aus dem Nachlass des Malers freuen. Mindestens einmal im Jahr klopfen die Pechstein-Erben mit einem Geschenk an die Tür. Dieses Mal steht das grafische Werk des Künstlers im Mittelpunkt.

Die Enkel des Expressionisten Max Pechstein, Julia und Alexander Pechstein, stehen in den Kunstsammlungen Zwickau zwischen den Holzschnitten ihres Großvaters.
Die Enkel des Expressionisten Max Pechstein, Julia und Alexander Pechstein, stehen in den Kunstsammlungen Zwickau zwischen den Holzschnitten ihres Großvaters.

© dpa

Zwickau. Bei der Frage nach der genauen Anzahl der Schenkungen müssen sowohl Julia Pechstein als auch Museumsleiterin Petra Lewey passen. Mindestens einmal im Jahr wird das Zwickauer Max-Pechstein-Museum bedacht. Am Donnerstag kam ein neues Geschenk der Familie des bekannten Brücke-Malers hinzu. Die Enkel des 1881 in Zwickau geborenen Künstlers überreichten dem Haus am Donnerstag drei originale Druckstöcke sowie je einen Nachdruck der darauf basierenden Holzschnitte aus dem Jahr 1948. Die grafischen Werke sind inspiriert von Pechsteins Aufenthalten an der Ostseeküste und im pommerschen Hinterland, zeigen Boote, Getreidefelder und das Meer.

„Das ist ein wichtiger Zugewinn für unsere stetig größer werdende Pechstein-Sammlung“, sagte die Kuratorin des Max-Pechstein-Museums, Annika Weise. Angefangen habe man in den 90er Jahren mit zwei Gemälden und einer Handvoll Grafiken. Heute zeigt das 2014 als Bestandteil der Kunstsammlungen gegründete Haus die mit rund 50 Werken weltweit größte Dauerausstellung. Zudem werden unter anderem 150 Papierarbeiten und mehr als 400 Briefe des Malers verwahrt, der als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus gilt.

Bei der Grafikmappe von 1948, die außer den besagten Holzschnitten je drei Farblithografien und Radierungen enthielt, knüpft die Familie mit einer Neuauflage an. Je Motiv wurden posthum in aufwendigem Handabzug 50 Grafiken wiederaufgelegt und ihre Echtheit durch Enkel Alexander handschriftlich bestätigt. 30 der so entstandenen Mappen überlässt die Familie dem Förderverein des Zwickauer Museums zum Verkauf. Das Projekt solle aber einmalig bleiben, so die Erben. „Verbunden mit der Schenkung der Druckstöcke ist die Auflage, es bei diesen limitierten Nachdrucken zu belassen“, sagt Julia Pechstein.

Ziel solcher Schenkungen sei es in erster Linie, die wissenschaftliche Aufarbeitung des Werks voranzutreiben. So habe die Übergabe des Tagebuchs von Pechsteins erster Frau Lotte vor drei Jahren zu einer vielfach beachteten Ausstellung geführt. (dpa)

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