erweiterte Suche
Donnerstag, 12.01.2017

Riskante Spurensuche im Bergwerk

Die „Mordkommission Istanbul“ hat es in ihrem neuen Fall mit einem ganzen Dorf zu tun.

Von Klaus Braeuer

Kommissar Mehmet Özakin (Erol Sander) rettet den Bergarbeiter Sami Türkman (Cagatay Çabuk) aus dem illegal betriebenen Stollen.Foto: ARD/Gülnur Kiliç
Kommissar Mehmet Özakin (Erol Sander) rettet den Bergarbeiter Sami Türkman (Cagatay Çabuk) aus dem illegal betriebenen Stollen. Foto: ARD/Gülnur Kiliç

© ard degeto/gã¼lnur kiliã§

Der Kühlschrank des Kommissars ist leer, die Küche und der Wohnzimmertisch sind voller Pappkartons und das Schlimmste: Die Gattin ist weg. So beginnt der neueste Fall der „Mordkommission Istanbul“. Warum die Frau von Kommissar Mehmet Özakin so plötzlich entschwunden ist, darf nur vermutet werden – wahrscheinlich braucht sie etwas Abstand. Möglich ist, dass Idil Üner nach acht Jahren in ihrer Rolle der Kommissarsgattin Sevim Özakin nicht zurückkehren wird. Das mag man durchaus bedauern, und der Herr Kommissar tut es ganz offensichtlich. Auch wenn da die neue Nachbarin auftaucht, der er sogleich beim Einzug behilflich ist und die ihn daraufhin zum Abendessen einlädt. Doch noch vorm Dessert muss Derya Güzel weg – ihr Job ruft. Aber auch der Kommissar wird zu einem Tatort gerufen. Und wen trifft er da? Frau Güzel ist ausgerechnet die neue Pathologin und so „unfreundlich, eingebildet und humorlos“, wie sie Özakins Kollege aufgrund von Gerüchten schildert, ist sie natürlich keineswegs.

Nun untersucht sie sogleich die ziemlich verbrannte Leiche in einem zerquetschten Auto, das dem investigativen Journalisten Türkman gehörte, der offenbar schon vor dem (angeblichen) Unfall ermordet wurde. Zuletzt schrieb er an einem Text über ein stillgelegtes Bergwerk in seinem Heimatdorf Tepek. Özakin reist sofort dorthin und stößt bei seinen Ermittlungen nicht nur auf allerhand Ungereimtheiten, sondern vor allem auf viel Schweigen. Zu allem Überfluss bekommt er auch noch Besuch der neuen Praktikantin Hatice, der Tochter des Polizeipräsidenten.

Der Film fängt recht konventionell an, doch im Laufe der Geschichte ist gar nichts mehr so vorhersehbar wie in den meisten anderen deutschen TV-Krimis. Hier bekommt man tiefe Einblicke in die Geschicke eines türkischen Dorfes. Es geht dabei nicht nur um die vielbeschworene Tradition, sondern auch um unterdrückte Gefühle und die Freiheit der Liebe. Das ist ein ziemlich brisantes Thema und angesichts der Lage in der Türkei mehr, als man von einem solchen Krimi erwarten darf. (dpa)

„Mordkommission Istanbul: Ein Dorf unter Verdacht“,

20.15 Uhr, ARD

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Ihr Kommentar zum Artikel

    Bitte füllen Sie alle Felder aus.

    Verbleibende Zeichen: 1000
    Text Bitte geben Sie die abgebildete Zeichenfolge ein