Donnerstag, 14.02.2013

„Push The Sky Away“: Nick Cave mit neuem Werk

Nick Cave steht für einen nicht einfachen Charakter mit nicht einfachen Songs. Mit seiner Band The Bad Seeds bringt er jetzt ein neues Album heraus.

Von Nina Meyer und Anna Schürmann

Nick Cave ist ein leidenschaftlicher Musiker, der mit seiner Band The Bad Seeds nun das fünfzehnte Studioalbum herausbringt.
Nick Cave ist ein leidenschaftlicher Musiker, der mit seiner Band The Bad Seeds nun das fünfzehnte Studioalbum herausbringt.

©dpa

Berlin. Für die einen ist Nick Cave ein begnadeter Musikpoet, andere verbinden mit seinem Namen vor allem die Ballade «Where The Wild Roses Grow». Am Ende der Liedes stirbt Duettpartnerin Kylie Minogue den Filmtod und der Song wird in den 90er-Jahren ein Hit. Doch der 55-jährige Australier ist eigentlich kein Schmusesänger, sondern Poet, Schauspieler und Drehbuchautor. Vor allem aber ein leidenschaftlicher Musiker, der mit seiner Band The Bad Seeds nun das fünfzehnte Studioalbum herausbringt.

«Push the Sky Away» heißt es. Kritiker bezeichnen die sinnliche Platte als sein «erstes Alterswerk». Am besten hört man alle neun Songs in der richtigen Reihenfolge hintereinander, meint Cave selbst. «Das Album ist dazu gemacht, um es einzulegen und in so eine Art andere Welt einzutauchen und in eine Reise durch diese Welt», sagt er im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. «Am Ende wirst du dann quasi befreit und wieder in die Realität entlassen. Diese Weise ein Album zu hören hat etwas Altmodisches an sich.»

Ihre erste Platte veröffentlichten The Bad Seeds im Jahr 1984. Nick Cave hatte die Gruppe 1982 nach dem Ende seiner Post-Punk-Band The Birthday Party gegründet. Mit seinen sehr eigensinnigen Texten bereichert er nun auch das neue Album. «Viele meiner Songs handeln von Charakteren und ich fühle mich diesen Charakteren immer sehr verbunden. Ich kann nicht sagen, dass ich sie wirklich mag, aber ich merke, dass sie schon einen großen Teil von dem zeigen, der ich bin.»

Gute Texte brauchen allerdings Zeit, weiß der Songwriter. Und so muss er manchmal bis zu acht Monaten warten, bis er mit seinem Werk wirklich zufrieden ist: «Ich glaube die Texte fangen an zu reifen, wie Früchte und ich kann dann irgendwann anfangen, sie alle zu pflücken. Es ist sehr schön, wenn das passiert - Erntezeit.»

Das Album nahm die Band in Südfrankreich in einem alten Herrenhaus auf, wo sie auch zusammen wohnte. Die Atmosphäre spiegelt sich in neun meist getragenen Song wider, dabei klingt das Album musikalisch von vorne bis hinten klar und rund. Für ein Gastspiel kam auch Barry Adamson vorbei, der erste Bassist der Bad Seeds. Ein anderes Mitglied ist nicht mehr dabei: Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten spielte einige Jahre Gitarre in der Gruppe.

In Deutschland ist Nick Cave spätestens seit Wim Wenders Avantgarde-Streifen «Der Himmel über Berlin» von 1987 in der Pop- Szene ein Begriff. Seine wilden Jahre hat der 55-Jährige, der mehrere Jahre in der Hauptstadt lebte, aber inzwischen hinter sich gelassen. Mehrere Überdosen soll der Ex-Junkie einst überstanden haben. Heute denkt der Australier eher an die Rente als an Rock ’n‘ Roll.

«Ich würde mir wünschen, dass es eine Ziellinie gibt, auf die du dich zubewegst und dann einen Ort erreichst, wo du sagen kannst: Ok, die Arbeit ist erledigt, ich habe alles erreicht, was ich erreichen wollte, jetzt kann ich Tomaten züchten oder was auch immer.» Fans können sich aber durchaus Hoffnung auf weitere Songs machen: «Ich vermute, dass so etwas nicht existiert.» (dpa)

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