erweiterte Suche
Freitag, 07.02.2014

Protest gegen drohende Schließung

Leipziger Theaterwissenschaftler protestieren im Schauspielhaus gegen die Schließungspläne für ihr Institut.
Leipziger Theaterwissenschaftler protestieren im Schauspielhaus gegen die Schließungspläne für ihr Institut.

© dpa

Leipzig. Mit einer Protestveranstaltung haben sich am Freitag mehrere hundert Studenten, Wissenschaftler, Künstler und Politiker gegen die drohende Schließung der Theaterwissenschaft an der Uni Leipzig gewehrt. Schauspielintendant Enrico Lübbe hatte den Theaterwissenschaftlern sein Haus aus Solidarität zur Verfügung gestellt. Leipziger und auswärtige Künstler nahmen mit kurzen Theater- und Musikeinlagen das Thema Sparzwang in den Blick.

Der Geschäftsführende Direktor des Instituts für Theaterwissenschaft, Günther Heeg, sagte: „Ein Sturm geht durch die Theaterwelt.“ Momentan sei eine Welle der Ökonomisierung der Wissenschaft und der Kultur zu erleben. „Sie trifft uns bis ins Mark“, sagte Heeg.

Sachsens Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) betonte, dass immerhin ein Drittel des Landeshaushalts in Bildung und Forschung fließe. „Aber wir erwarten, dass unsere Hochschulen ihre Studienangebote profilieren und sich auf ihre Stärken besinnen.“ Mit der Zuschussvereinbarung erhielten die Hochschulen langfristige finanzielle Planungssicherheit, sie hätten sich aber auch zum Abbau von Stellen verpflichtet.

24 Stellen müssen wegfallen

Die Universität musste insgesamt 24 Stellen benennen, die nach den Forderungen des Wissenschaftsministeriums ab 2015 zu streichen sind. Bei den Theaterwissenschaftlern sollen drei von vier Professorenposten und insgesamt fünf Stellen wegfallen. Das würde das Aus für das Institut mit derzeit knapp 280 Hauptfach- und weiteren Nebenfachstudenten bedeuten. Ebenso hart trifft es die Klassische Archäologie. Betroffen sind außerdem die Physikalische Chemie sowie Lehrstellen.

Mehrere Redner forderten ein Ende des Sparkurses und den Erhalt von Wissenschaft und Kunst. Der Theaterwissenschaftler Hans-Thies Lehmann (Berlin) überbrachte Solidaritätsbekundungen der Internationalen Brecht Gesellschaft. Der Präsident des Deutschen Bühnenvereins und der Bayerischen Theaterakademie, Klaus Zehelein, hält die geplanten Sparmaßnahmen für einen großen Fehler. Sie seien der sichere Tod für das Institut, sagte er in einem Interwiew der Nachrichtenagentur dpa.

Unterdessen gibt es auch im Internet breite Resonanz. Eine vom Institut ins Netz gestellte Petition hatte bis zum Freitagabend mehr als 12.000 Unterstützer gefunden. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.