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Donnerstag, 18.09.2008

Oper bekommt neue Intendantin

Von Bernd Klempnow

Die erste Intendantin der Semperoper ist schon lange da. „Seit Jahren habe ich inkognito einen Zweitwohnsitz in Dresden, habe viele Premieren und Repertoirevorstellungen der Oper besucht“, sagt Ulrike Hessler, designierte Chefin der sächsischen Vorzeigebühne. Der Grund: Die 53-Jährige ist mit Michael Meurer verheiratet, dem Direktor der Dermatologie-Klinik an der hiesigen Uniklinik.

Ihren Erstwohnsitz wird sie alsbald aufgeben. Ab Sommer 2010 soll Ulrike Hessler – wie die SZ bereits am Dienstag berichtete – die Semperoper übernehmen. Gestern stellte Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) die künftige Intendantin vor.

Vertrag über fünf Jahre

Hessler tritt die Nachfolge von Gerd Uecker an, der keine Vertragsverlängerung mehr wollte. Ihr Name war von Anfang an im aktuellen Dresdner Rennen, auch wenn die Münchnerin vor Jahren hier nach einer desaströsen Bewerbung als Intendantin der Musikfestspiele abgelehnt worden war. Die Entscheidung für Ulrike Hessler sei im Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat der Oper gefallen, betonte Sachsens Kunstministerin gestern: Ulrike Hessler liege die Zukunft und internationale Ausstrahlung der Semperoper am Herzen, sie habe interessante Ideen für eine weitere Profilierung des Hauses geäußert und verfüge über viele Kontakte zu Künstlern. Ihr Vertrag wird fünf Jahre gelten. Die Staatskanzlei hat dem Engagement bereits zugestimmt, und Künstler wie der Dresdner Tenor Peter Schreier sind angetan: „Ich habe Ulrike Hessler aus der Zusammenarbeit als unheimlich kreativ und entscheidungswillig kennengelernt.“

Die erste Chefin in der gut 350-jährigen Geschichte der Dresdner Oper will nach eigener Auskunft mit den Stärken der „derzeit wirtschaftlichsten deutschen Opernbühne“ punkten. Sie möchte die „beeindruckende künstlerische Entwicklung des Hauses und seinen Konsolidierungskurs“ fortsetzen. Dazu müssten die Einnahmen und die hohe Anzahl der Vorstellungen mindestens beibehalten werden. Ganz klar bekannte sich Hessler zum Repertoire-System. „Es ist die Basis der deutschen Theaterlandschaft.“