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Sonntag, 03.12.2017

„New York Times“ erhält Marion Dönhoff Preis

US-Präsident Donald Trump verunglimpft sie gern als „Fake News“-Medium, als Lügenpresse. Bundespräsident Steinmeier preist sie als „Flaggschiff der Pressefreiheit“. Nun wird die „New York Times“ in Deutschland mit einem renommierten Preis ausgezeichnet.

Seit der Wahl von Donald Trump hat die „New York Times“ 600000 neue Abonnenten hinzugewonnen.
Seit der Wahl von Donald Trump hat die „New York Times“ 600 000 neue Abonnenten hinzugewonnen.

© Ole Spata/dpa

Hamburg. Die „New York Times“ ist am Sonntag in Hamburg mit dem Marion-Gräfin-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet worden. In seiner Laudatio würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die „Gray Lady“ als „Leuchtturm der Aufklärung“ und ein „Flaggschiff der Pressefreiheit“. „Diese Zeitung setzt immer noch und immer wieder die Maßstäbe einer freien Presse mit höchsten Qualitätsansprüchen. Und eine solche Presse brauchen wir in diesen stürmischen Zeiten dringender den je“, betonte Steinmeier.

Steinmeier betonte die Bedeutung der „New York Times in einer Zeit, in der Deniz Yücel und hunderte Journalisten in der Türkei im Gefängnis säßen und in der in Russland unabhängige Zeitungen zu ausländischen Agenten erklärt würden. In einem Seitenhieb auf US-Präsident Donald Trump und dessen Angriffe auf die Medien fügte Steinmeier hinzu, selbst in westlichen Demokratien werde der Sinn und Wert der freien Presse in Frage gestellt - „und sei es nur mal nebenbei per Tweet am frühen Morgen.“

Neben der journalistischen Qualität war laut Veranstaltern das „Project 2020“ ein weiterer Grund für die Auszeichnung. Dabei habe die „New York Times“ fünf Millionen Dollar in neue Stellen zur Berichterstattung investiert. Seit der Wahl von Trumps habe die Times zudem 600 000 neue Abonnenten hinzugewonnen.

Der diesjährige Förderpreis ging an die Bürgerbewegung „Pulse of Europe“. „Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie spätestens heute erfinden“, sagte die Ministerpräsidentin des Saarlands, Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), in ihrer Lobrede. „Pulse of Europe“ setzt sich seit vergangenem Jahr für den Erhalt der europäischen Wertegemeinschaft ein, indem sie europaweit Demonstrationen organisiert.

Beide Preise sind mit je 20 000 Euro dotiert und werden zum 15. Mal von der „Zeit“, der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie der Marion Dönhoff Stiftung vergeben. Ausgezeichnet werden nach Angaben der Veranstalter Personen oder Organisationen, die sich für Verständigung und Versöhnung einsetzen. (dpa)