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Donnerstag, 14.02.2013

Naturkundemuseen von Schließung bedroht

Mit insgesamt rund 140 Millionen Objekten hat Deutschland die größte naturkundliche Sammlung der Welt. Doch Geldmangel zwingt einige Naturkundemuseen zur Schließung. Mehr Kooperation könnte helfen, meint der Museumsbund.

Berlin. Etwa 300 Naturkundemuseen gibt es derzeit in Deutschland. Schon bald könnten es jedoch einige weniger sein, fürchtet der Museumsbund. „In den letzten Jahren hat es vor allem bei den kleinen und mittleren Häusern und in den meisten Fällen bei solchen, die in kommunaler Trägerschaft sind, existenzielle Probleme gegeben“, sagte Norbert Niedernostheide, Sprecher der Naturwissenschaftlichen Museen im Deutschen Museumsbund, der Nachrichtenagentur dpa.

In Wuppertal und Cottbus hätten die Naturkundemuseen bereits schließen müssen. Museen in Leipzig, Flensburg und Dessau stünden auf der Kippe. Über Gegenmaßnahmen wollen Experten am Freitag bei einer Tagung der Deutschen naturwissenschaftlichen Forschungssammlungen (DNFS) und des Deutschen Museumsbundes in Berlin sprechen.

Viele Kommunen seien im Bereich Kultur derzeit unglaublich sparsam, sagte Niedernostheide. „Oftmals wird gar nicht verstanden, was die Naturkundemuseen tun, obwohl es in der Regel die meistbesuchten Museen sind.“ Im Gegensatz zu Kunstmuseen würden sie häufig nicht als Kultur wahrgenommen. Rund 7,9 Millionen Menschen besuchten 2011 nach Angaben des Instituts für Museumsforschung in Berlin naturkundliche Museen.

Die drohenden Schließungen seien problematisch, weil die Museen auch zur naturwissenschaftlichen Bildung beitrügen. Naturkundemuseen könnten „erste kleine Forscher begeistern“. Zudem sei es sehr wichtig, die Forschungsinfrastruktur in Deutschland beizubehalten.

Für Niedernostheide ist eine stärkere Vernetzung der Museen untereinander ein Modell, um weitere Schließungen zu verhindern. Museen könnten sich ihre Sammlung gegenseitig zur Verfügung stellen und Wissenschaftler austauschen. Eine weitere Möglichkeit sei die staatliche Subventionierung von Naturkundemuseen. „Wir sehen das als eine Aufgabe, die die Kommunen nicht alleine tragen müssen.“

Konkrete Ideen sollen an diesem Freitag in Berlin diskutiert werden. „Wenn eine Stadt so ein Haus nicht mehr halten kann, dann muss man fragen: Wie geht es dann?“, sagte Niedernostheide. „Dann darf nicht die logische Konsequenz sein: Dann geht es gar nicht.“ (dpa)

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