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Dienstag, 07.01.2014

Nach dem großen Los geht es zurück auf Los

Bestsellerautorin Meike Winnemuth will mehrere Wochen in zwölf deutschen Orten wohnen – von Trier bis Görlitz.

Meike Winnemuth reist wieder: Nach Sydney, Shanghai, Honolulu entdeckt die Autorin nun deutsche Städte. „Ich kenne mein Land zu wenig“, sagt sie. Derzeit ist sie in Trier. Im Oktober wohnt sie in Görlitz und hält auch Lesungen ab. Foto: dpa
Meike Winnemuth reist wieder: Nach Sydney, Shanghai, Honolulu entdeckt die Autorin nun deutsche Städte. „Ich kenne mein Land zu wenig“, sagt sie. Derzeit ist sie in Trier. Im Oktober wohnt sie in Görlitz und hält auch Lesungen ab. Foto: dpa

Sie landete mit dem Sachbuch „Das große Los – Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr“ einen der Bestseller des Jahres 2013: Meike Winnemuth. Gut acht Millionen Fernsehzuschauer sahen am 11. Oktober 2010, wie die heute 53 Jahre alte Journalistin bei „Wer wird Millionär?“ 500.000 Euro gewann. Als Günther Jauch die Gewinnerin fragte, was sie mit dem Geld vorhabe, sagte sie ohne Zögern: eine einjährige Weltreise – jeden Monat in einer anderen Stadt. Jetzt plant die Autorin mit dem Hang zum Selbstversuch eine zwölfmonatige Deutschlandreise – Motto „Zurück auf Los“. Was und warum Winnemuth dies genau vorhat, sagt sie im Interview. Es sei eine Reise auf der Insel der Seligen.

Frau Winnemuth, was planen Sie? Wieder zwölf Städte in zwölf Monaten?

Ja, aber dieses Mal im exotischsten Land der Welt: Deutschland. Als ich von meiner Weltreise heimkehrte, habe ich gemerkt: Die Erde kenne ich inzwischen ganz gut, mein eigenes Land aber praktisch gar nicht. Das muss sich ändern.

Stehen die Orte schon fest?

Ich möchte in möglichst jedem Bundesland eine Stadt besuchen, minus die Stadtstaaten, die mir ohnehin zu groß sind. Geplant sind: Trier, Spiekeroog, Potsdam, Konstanz, Bamberg, Stralsund, Bielefeld, Alsfeld, Bochum, Görlitz, Erfurt und Neumünster. Nordrhein-Westfalen kommt zweimal vor, ist aber auch am bevölkerungsreichsten.

Geht es in dem Jahr dann kein einziges Mal nach Hause in Hamburg?

Theoretisch nein, ich wechsele immer zum Monatsanfang die Stadt. Nach Hamburg komme ich höchstens mal für einen Tag zwischendurch, um Winter- gegen Sommergarderobe zu tauschen.

Woher kommt plötzlich diese Deutschland-Neugier?

Ich bin auf meiner Weltreise viel über Deutschland ausgefragt worden und wusste beschämend oft nicht die Antwort. Ich fand erstaunlich, wie groß die Sympathien für Deutschland sind, wie groß das Interesse. Glaubt man ja immer als Deutscher sonst nicht.

Bloggen Sie wieder? Und kann man Ihnen wieder Tipps geben?

Ja, es gibt ein neues Blog namens „Zurück auf Los“. Wie schon bei der Weltreise freue ich mich über Empfehlungen und Leseraufträge, die ich in den Städten erledigen soll, über meike@zurueckauflos.com. Ich überlege derzeit, in jeder Stadt einen wöchentlichen Stammtisch einzurichten. Ich freue mich auf möglichst viele Begegnungen mit den Leuten, ihren Heimaten und ihren Besonderheiten.

Haben Sie einen Traumort in Deutschland?

Derzeit ist das Hamburg. Aber wer weiß, was ich Ende 2014 antworten werde.

Gibt es eine Stadt zum Fürchten in Deutschland – also, was könnte das „Mumbai Deutschlands“ werden? Die indische Metropole hat Ihnen, wie man Ihrem Buch entnehmen konnte, wegen der krassen sozialen Gegensätze zu schaffen gemacht...

Diese extremen Gegensätze gibt es in Deutschland nicht, das macht dieses Land ja zu einem der angenehmsten der Welt. Erst wenn man in Mumbai und Addis Abeba war, weiß man so richtig zu schätzen, was für eine Insel der Seligen Deutschland im Weltvergleich ist.

Wird aus der Deutschlandreise wieder ein Buch?

Oh ja. Wenn ich nicht völlig verloren gehe in Deutschland, erscheint das Buch zur Reise im Herbst 2015.

Das Interview führte Gregor Tholl (dpa)

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