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Donnerstag, 07.12.2017

Museum zum Mitspielen

Kasper und Krokodil, Tod und Teufel ziehen um: Die Puppentheatersammlung kommt ins Dresdner Kraftwerk Mitte.

Von Birgit Grimm

Kasper räumt und packt für den Umzug ins Kulturkraftwerk. Noch ist das Depot der Puppentheatersammlung in der Garnisonkirche eingelagert. Wechselnde Ausstellungen zeigt der Jägerhof.  Foto: Lydia Friedrich; © SKD
Kasper räumt und packt für den Umzug ins Kulturkraftwerk. Noch ist das Depot der Puppentheatersammlung in der Garnisonkirche eingelagert. Wechselnde Ausstellungen zeigt der Jägerhof. Foto: Lydia Friedrich; © SKD

Kasper musste nicht erst fragen. Alle waren schon da. Sogar Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich ließ es sich in seinen letzten Tagen im Amt nicht nehmen, bei der Unterzeichnung dieses Mietvertrages anwesend zu sein. Sehr lange hatten die Stadt Dresden und der Freistaat Sachsen darüber verhandelt, dass die Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ihr neues Domizil im Dresdner Kulturkraftwerk bekommt. 2 750 Quadratmeter Fläche für Dauerausstellung, Sonderausstellungen und Depot sollen entstehen. Spätestens 2021 will das Museum für Besucher öffnen. „Das wird etwas ganz Großes“ versprach SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann. „Das Kraftwerk Mitte ist die ideale Wirkungsstätte für eine neue Art von Museumserlebnis mit allen Sinnen.“ Die wissenschaftliche Konzeption für die Ausstellung der größten und bedeutendsten Puppentheatersammlung der Welt steht, nun wird an der künstlerischen Umsetzung gearbeitet. 200 Jahre alte Marionetten, Handpuppen der Jahrmärkte, Bauhaus-Figuren, auch das Sandmännchen gehören zum Bestand. Die wertvollsten Stücke sind Figuren und Kulissen mechanischer Welttheater des 19. Jahrhunderts. Im Museum für Sächsische Volkskunst gibt die Puppentheatersammlung seit Jahren mit wechselnden Ausstellungen Einblicke in ihren Bestand und seit Kurzem auch in die Pläne für das neue Museum.

Museumsdirektor Igor A. Jenzen brachte zur Besiegelung des Mietvertrages einen Kasper mit, „einen museumspädagogischen Kasper“, wie er betonte. Denn mit Museumsexponaten spielt man nicht.

Zum anderen deutete Jenzen mit der Handpuppe auch an, wohin die Reise im neuen Haus geht: „Wir suchen eine Mischung zwischen Museum und Theater“. Es wird außerordentlich inszeniert werden, dort, wo Museum auf Theater trifft. Der Museumsbesucher wird mal Zuschauer, mal Akteur sein dürfen. Marion Ackermann und Felicitas Loewe, Intendantin des Theaters Junge Generation im Dresdner Kulturkraftwerk, wollen in Zukunft Puppentheaterträume wahr werden lassen. Sie schmieden Allianzen, damit das Puppentheater aus der Kinderecke herauswachsen und endlich auch wieder für Erwachsene attraktiv werden kann.

Museum für Sächsische Volkskunst, Dresden, Köpckestr. 1; geöffnet Di - So 10–18 Uhr. Am 24.12. 10–14 Uhr, 25., 26.12., 31.12. 10–18 Uhr; 1.1.2018 12–18 Uhr

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