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Donnerstag, 29.11.2012

Moskauer Kreml zu Gast in Dresden

Zur Präsentation ihrer Macht setzten Russlands und Sachsens Herrscher auf die Kunstfertigkeit europäischer und orientalischer Meister. Die Zaren richteten schon lange vor Peter dem Großen den Blick gen Westen - wie eine Ausstellung in Dresden zeigt.

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Elena Ju. Gagarina, Generaldirektorin des Staatlichen Kulturhistorischen Museums "Moskauer Kreml" vor dem Silberschatz des Zaren. Frau Gagarina (51) ist die jüngste Tochter des ersten Kosmonauten Juri Gagarin. Foto: dpa
Elena Ju. Gagarina, Generaldirektorin des Staatlichen Kulturhistorischen Museums "Moskauer Kreml" vor dem Silberschatz des Zaren. Frau Gagarina (51) ist die jüngste Tochter des ersten Kosmonauten Juri Gagarin. Foto: dpa
  • Elena Ju. Gagarina, Generaldirektorin des Staatlichen Kulturhistorischen Museums "Moskauer Kreml" vor dem Silberschatz des Zaren. Frau Gagarina (51) ist die jüngste Tochter des ersten Kosmonauten Juri Gagarin. Foto: dpa
    Elena Ju. Gagarina, Generaldirektorin des Staatlichen Kulturhistorischen Museums "Moskauer Kreml" vor dem Silberschatz des Zaren. Frau Gagarina (51) ist die jüngste Tochter des ersten Kosmonauten Juri Gagarin. Foto: dpa
  • Nach Dresden gekommen ist unter anderem dieses Altarkreuz aus den Werkstätten des Kreml von 1561/62 (r.). Foto: dapd
    Nach Dresden gekommen ist unter anderem dieses Altarkreuz aus den Werkstätten des Kreml von 1561/62 (r.). Foto: dapd
  • Eine persische Maske mit Helm aus dem 16. Jahrhundert gehört zu den 140 in Dresden ausgestellten Meisterwerken. Foto: dpa
    Eine persische Maske mit Helm aus dem 16. Jahrhundert gehört zu den 140 in Dresden ausgestellten Meisterwerken. Foto: dpa
  • Diese Prunkstücke des Silberschatzes aus dem Moskauer Kreml können jetzt die Besucher der der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bewundern. Foto: dapd
    Diese Prunkstücke des Silberschatzes aus dem Moskauer Kreml können jetzt die Besucher der der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bewundern. Foto: dapd
  • Die Ausstellung zeigt, dass die russischen Zaren schon lange vor Peter dem Großen den Blick gen Westen gerichtet haben. Foto: dapd
    Die Ausstellung zeigt, dass die russischen Zaren schon lange vor Peter dem Großen den Blick gen Westen gerichtet haben. Foto: dapd
  • Die Ausstellung ist die russische Antwort auf ein Gastspiel des Grünen Gewölbes 2006 im Kreml. Foto: dpa
    Die Ausstellung ist die russische Antwort auf ein Gastspiel des Grünen Gewölbes 2006 im Kreml. Foto: dpa

Dresden. Pracht russischer Zaren in Gemächern sächsischer Kurfürsten: Für drei Monate beherbergt das Dresdner Residenzschloss Schätze des Moskauer Kremls. Die Ausstellung „Orient und Okzident“ präsentiert bis zum 4. März 2013 Prunkstücke der bedeutenden Sammlung aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. „Sie ist die russische Antwort auf ein Gastspiel des Grünen Gewölbes 2006 im Kreml und ein Beitrag zum Russlandjahr in Deutschland und Deutschlandjahr in Russland 2012-2013“, sagte der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Hartwig Fischer. „Uns verbinden eine gemeinsame Kunst- und Kulturgeschichte und der Wunsch, noch enger zusammenzuarbeiten.“

Zu den rund 140 Meisterwerken aus Moskau gehören westeuropäisches Silber und russisches Gold, Prunkgewänder und Textilien, kostbare Preziosen und Gefäße, Werke türkischer und persischer Waffenschmiede sowie Rüstungen der Zaren. Ergänzt werden diese um 23 Objekte aus den Staatlichen Kunstsammlungen, der Sächsischen Landesbibliothek und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. „Der Schatz des Kreml zeigt, dass es eine große kulturelle Macht zwischen Orient und Okzident gab, die es wieder zu entdecken gilt“, sagte der Direktor des Grünen Gewölbes, Dirk Syndram.

Nasen-Saphir mit 550 Karat

Die Schau dokumentiere die historisch lange und enge Verbindung Russlands mit dem Westen und die Einflüsse europäischer Kunst auf die russischen Meister, sagte die Generaldirektorin des Staatlichen Kulturhistorischen Museums „Moskauer Kreml“, Elena Gagarina. Die fünf Räume umspannen die Zeit zwischen 1547, als Iwan der Schreckliche (1530-1584) sich zum Zaren erhob, und 1712, als Peter der Große (1672-1725) Sankt Petersburg zur neuen Hauptstadt des Zarenreichs erkor und der Kreml seine Bedeutung verlor.

Als „Gastgeber“ fungieren eine goldene Kowsch Iwans IV. und ein großer blauer Saphir. Die mit Edelsteinen besetzte Trinkkelle wurde 1563 aus dem Gold der eroberten Stadt Polozk gefertigt. Der Saphir in Form einer Nase hat 550 Karat und war 1698 ein Geschenk Peters I. an Sachsens Kurfürsten August der Starke. Für die Schätze wurden die erst rohbaufertigen Paraderäume im Schloss entsprechend ausgestattet. Die majestätische Atmosphäre liefern Bespannungen in Kreml-Rot.

Zu den Highlights unter den teils noch nie gereisten Stücken zählen mit Edelstein besetzte Pfeil- und Bogenköcher des Großen Ornats und der große polnische Silberadler aus dem 17. Jahrhundert, ein Geschenk an die Zaren. In der Schale auf dem Kopf des Wappentiers soll Polen-König Johann II. Kasimir einst seine Krone abgelegt haben. (dpa)