erweiterte Suche
Donnerstag, 12.01.2017

Mittler zwischen den Religionen

Der Dresdner Grafikdesigner Karl-Heinz Lötzsch widmete seine Arbeit dem christlich-jüdischen Dialog. Er starb Anfang des Jahres.

Von Christoph Dürichen

Karl-Heinz Lötzsch wurde durch Krieg und Nachkriegszeit so nachhaltig geprägt, dass er sein Handeln ganz in den Dienst der Aufgabe stellte, dass eine solche Katastrophe nie wieder über Deutschland hereinbrechen dürfe. Geboren wurde Lötzsch 1925 in Friedeberg am Queis. Er wurde Grafikdesginer von Beruf.

Die Kirchenfeindlichkeit der DDR und sein eigener christlicher Glaube brachten Lötzsch die Bekanntschaft mit Pfarrer Siegfried Reimann in Dresden. Dessen Bemühen, das Thema Judentum in der Kirche zur Sprache zu bringen, mündete 1982 in den Dresdner Arbeitskreis Begegnung mit dem Judentum. Lötzsch gestaltete die Plakate für die Vorträge. Der Arbeitskreis ließ eine Gedenktafel für die ermordeten Juden an der Dresdner Kreuzkirche anbringen, die Karl-Heinz Lötzsch entworfen hatte.

Für die Wanderausstellung „Juden in Sachsen – ihr Leben und Leiden“, die zuerst in der Dresdner Hof- und in der Kreuzkirche zu sehen war, war Lötzsch als Gestalter aktiv. Auch den 1997 gegründeten Förderverein Bau der Synagoge Dresden e. V. unterstützte der Grafikdesigner mit Entwürfen für Signet, Plakate, Anzeigen, Broschüren und Ausstellungstafeln.

Selbstlos unterstützte er die Arbeit des Vereins „Künstler gegen Krebs“. Lötzsch war ein Mittler zwischen Weltanschauungen und Religionen, ein aufrichtiger Demokrat und ein rechtschaffener und bescheidener Mensch. Am 3. Januar ist er in Dresden gestorben.

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Ihr Kommentar zum Artikel

    Bitte füllen Sie alle Felder aus.

    Verbleibende Zeichen: 1000
    Text Bitte geben Sie die abgebildete Zeichenfolge ein