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Donnerstag, 19.04.2018

Mit voller Stimmkraft an die Rotlichtbar

Die Kanadierin Elise LeGrow interpretiert alte Hits des Chess-Labels hinreißend neu.

Von Larissa Niesen

Elise LeGrow, Playing Chess.
Elise LeGrow, Playing Chess.

© S-Curve Records/BMG

Der Nachteil an neu gesungenen Coverstücken: Man hat nur die eigene Stimme, um zu überzeugen. Der Vorteil: Man hat nur die eigene Stimme, um zu überzeugen. Für Elise LeGrow reicht das vollkommen aus. Die 1987 geborene Kanadierin hat bereits auf einer Single ihre Version von Chuck Berrys „You Can Never Tell“ veröffentlicht. Ihr Debütalbum „Playing Chess“ setzt sich nun aus Stücken verschiedener Musikgenres zusammen, ein wenig Rock, etwas Jazz. Alle diese Nummern sind zuvor beim legendären Label Chess aus Chicago erschienen.

Die an Adele erinnernde zarte Heiserkeit, die LeGrows Stimme interessant macht, kommt besonders bei ruhigeren Tönen großartig zur Geltung, kann sich aber problemlos auch gegen geballtes Instrumentarium durchsetzen. „You Can Never Tell“ funktioniert mit dieser Stimme ganz herausragend, und in „Over The Mountain, Across The Sea“ manifestiert sich im angerauten Timbre die Sehnsucht selbst.

Elise LeGrow versucht sich in verschiedenen Varianten, und obgleich ihr das balladenartige Sanfte am besten steht, funktioniert auch Rock mit leicht kehliger Stimme durchaus gut. Die atmosphärisch dichten Songs ihres ersten Albums beschwören das Bild halbleerer Bars in rötlich-trübem Licht herauf. Vor allem aber können sie rundum überzeugen.

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