erweiterte Suche
Donnerstag, 28.01.2016

MiG-15 gegen F-84

Jagdflugzeuge aus dem Kalten Krieg sind Hingucker im Militärhistorischen Museum. Ab 17. März sind sie bei der Ausstellung „Achtung Spione“ zu sehen.

Von Lars Kühl

Noch ist die MiG-15 flügellahm. Am Mittwoch wurde sie in Position gebracht. Danach wurden die Tragflächen montiert.
Noch ist die MiG-15 flügellahm. Am Mittwoch wurde sie in Position gebracht. Danach wurden die Tragflächen montiert.

© Norbert Neumann

Nase an Nase stehen sie sich gegenüber. Friedlich. Während des Kalten Krieges waren sie erbitterte Feinde: die US-amerikanische Republic F-84 und die sowjetische MiG-15, beides Jagdflugzeuge, eingesetzt in den 1950er-Jahren. Als beeindruckende Großexponate sind sie ab 17. März in der Sonderausstellung „Achtung Spione“ im Militärhistorischen Museum zu sehen.

Die Maschinen sind sonst im ehemaligen Luftwaffenmuseum auf dem Flugplatz in Berlin-Gatow untergebracht. Für die Schau, die sich im Kern mit den deutschen Geheimdiensten von 1945 bis 1956 auseinandersetzt, wurden sie extra nach Dresden transportiert. Der amerikanische Bomber ist bereits montiert. Sein sowjetisches Pendant wurde am Mittwoch herangeschafft. Nach dem Abladen zogen Soldaten der Berliner Restaurierungstruppe zunächst den Rumpf auf einem riesigen Handwagen in die Halle. Dann folgten die Tragflächen und das Leitwerk. Während der Transport kein Problem war, ist der Zusammenbau nur mit Spezialwerkzeug möglich, erklärt Hauptfeldwebel Stefan Peipert. „Wie beim Modell, nur in groß.“

Die genaue Herkunft der Jagdflieger und ihre Einsatzorte sind nicht mehr nachvollziehbar. Die F-84 gehörte der Bundeswehr und die MiG-15 der tschechoslowakischen Luftwaffe, wie an den handgemalten Wappen erkennbar ist. Geflogen sind beide auf jeden Fall während des Kalten Krieges, zu Aufklärungszwecken für das westliche oder sozialistische Lager. „Die Bautypen standen sich auch im Korea-Krieg gegenüber“, sagt der Kurator Magnus Pahl. Hunderte MiG-15 waren damals für Nordkoreas und Chinas Streitkräfte im Einsatz.

Die US Air Force fürchtete die kommunistischen Jagdpiloten, weil die Maschinen sowjetischen Fabrikats überlegen waren. Sie wogen nicht einmal die Hälfte, waren schneller, dafür konnten sie weniger Bombenlast tragen. Selbst der Nachfolger der Republic, die F-86 Sabre, hielt kaum mit der MiG-15 mit. Deshalb setzten die westlichen Geheimdienste alles daran, möglichst viele Informationen über die sowjetischen Bomber zu bekommen. Überläufern wurden hohe Belohnungen versprochen.

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 22:00 Uhr abgegeben werden.