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Donnerstag, 18.05.2017

Metal zwischen Milchkühen

Um den Hof zu retten, vermietet eine Landwirt-Familie ihre Wiese für ein Rock-Festival. Nicht alle Dorfbewohner sind begeistert.

Von Anna Ringle

Caro (Christina Große) blüht beim Metal-Festival in ihrem Dorf so richtig auf, Veranstalter Mike (Hannes Jaenicke) ist begeistert.
Caro (Christina Große) blüht beim Metal-Festival in ihrem Dorf so richtig auf, Veranstalter Mike (Hannes Jaenicke) ist begeistert.

© ZDF

Ein idyllisches Nest wird aufgerüttelt, als Heavy-Metal-Fans anreisen, um ein Festival zu feiern. Aus diesem Stoff ist die ZDF-Komödie „Ein Dorf rockt ab“.

Landwirtin Caro steckt in der Klemme. Das Geld für den Familien-Hof, auf dem sie mit ihrem Mann Milchkühe hält und einen Hofladen betreibt, reicht hinten und vorne nicht. Die Milchpreise fallen. Als ihre Tochter Antonia, selbst Metal-Fan, ein Festival in ihr Dorf locken will – winkt ihre Mutter zunächst ab. Die Tochter entgegnet: „Dann wäre endlich mal was los in dieser Spießer-Hölle!“ Schließlich lässt sich die nette Caro überzeugen und geht in einen Klub, in dem sie mit Festivalorganisator Mike die Vertragsbedingungen aushandelt. Die Vermietung der Wiese der Familie für ganze zwei Wochen steht.

Das Treffen im Klub ist eine der Szenen, die witzig sind und funktionieren, weil sie auf den Kontrast zwischen Landleben und Metal-Kultur setzen. Das ZDF bezeichnet den Film entsprechend auch als Culture-Clash-Komödie. Hannes Jaenicke, der neben seiner Schauspielkarriere auch für sein Engagement für den Tierschutz bekannt ist, spielt in dem Film den rauen Festivalchef mit weichem Kern. Und aus Caro entwickelt sich immer mehr eine Frau, die aus bestehenden Konventionen herauswill – neues Tattoo inbegriffen. Währenddessen braut sich gegen die Metal-Szene etwas zusammen: Viele sind dagegen, dass ihr Dorf von schwarz gekleideten Männern in Lederkluft bevölkert wird. Caros Familie steht zunehmend isoliert da. Selbst bei der wöchentlichen Kirchenchor-Probe, bei der sie die Wogen zu glätten versucht, schlägt ihr Eiseskälte entgegen. Es kommt zum Eklat, und eine Dorfsitzung mit Abstimmung steht an. Darf es das Metal-Festival geben oder nicht?

Und dann ist da noch der Beziehungsknatsch zwischen Caro und ihrem Mann Paul. Er nimmt es ihr übel, dass sie ihn nicht vorher einweihte und mit dem Metal-Festival überrumpelte. Seine Vision für die Zukunft des Hofs war nämlich ein Streichelzoo mit Klettergarten und Spielplatz. Was Caro außerdem zu schaffen macht: Eine Dorfbewohnerin schmeißt sich an ihren Mann ran – schon bald kämpft sie an mehreren Fronten gleichzeitig und nicht nur um ihren Bauernhof. (dpa)

„Ein Dorf rockt ab“, 20.15 Uhr, ZDF

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