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Dienstag, 13.02.2018 TV-Tipp

Mehr Grips am Dienstag?

Manche Fernsehserien erleben einen zweiten Frühling. Auch „Einstein“ geht mit zehn Folgen in die zweite Staffel.

Von Klaus Braeuer

Die Serie „Einstein“ entstand nach einem Film. Auch in Staffel Zwei spielt Tom Beck den Titelhelden.
Die Serie „Einstein“ entstand nach einem Film. Auch in Staffel Zwei spielt Tom Beck den Titelhelden.

© Sat.1/Wolfgang Ennenbach

Albert Einstein sagte einmal: „Lernen ist Erfahrung, alles andere ist Information“. So wiederholt es sein Namensvetter in der gleichnamigen Serie. Die Studenten im spärlich besuchten Bochumer Hörsaal sind kurz vorm Wegdämmern, als eine Videobloggerin, die Teil eines Experimentes sein sollte, vor laufender Kamera von einem explodierenden Vibrator zerfetzt wird.

Dozent Felix „Einstein“ Winterberg (Tom Beck) arbeitet auch als Polizeiberater, und so darf er Kommissarin Elena Lange (Annika Ernst) und deren Chef Stefan Tremmel (Rolf Kanies) bei der Aufklärung dieses Falles behilflich sein. Derweil fürchtet seine Mutter (Angela Roy) aufgrund einer Erbkrankheit ernsthaft um die Gesundheit ihres Sohnes. Und ganz nebenbei eröffnet sie ihm, dass sie die neue Direktorin an seiner Hochschule ist. Angela Roy spielt hier als Einzige durchweg glaubhaft und gut. Moderator Jochen Schropp darf sich tapfer mal als Schauspieler (er gibt einen abgebrühten Manager) versuchen, während Rolf Kanies als Oldschool-Ermittler gerne Bonmots aus den Achtzigern loslässt. „Gleichzeitigkeit“ und „Korinthenkacker“ sind Begriffe, mit denen Felix nur so um sich wirft. Er kennt sich zwar mit Schallwellen und Übertragungsgeschwindigkeiten aus, lässt dafür aber echtes Mitgefühl vermissen. Tom Beck wird Ende Februar 40. „Felix‘ sozial-inkompatible Art rührt ja daher, dass er keine Zeit zu verschwenden hat und sich nicht mit für ihn banal wirkenden Dingen aufhalten will“, sagt er. „Er ist kein Misanthrop oder sozial völlig unfähig. Vielmehr ist es seine Entscheidung für das Wesentliche. Das akzeptieren vermutlich auch seine Mitmenschen.“ Aber vermutlich nicht alle.

Schwer zu sagen, was Einstein wohl zur Sat.1-Serie sagen würde angesichts mäßig spannender Drehbücher und einer bemühten Sprache mit Formulierungen von „giga krass“ bis „mega nice“. Sein Aphorismus „Am Anfang gehören alle Gedanken der Liebe. Später gehört alle Liebe den Gedanken“ passt da wohl eher nicht. (dpa)

„Einstein“ jeweils dienstags, 20.15 Uhr, Sat.1.

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