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Dienstag, 16.05.2017

Lokalpolitiker im Drogenrausch

Die neue TV-Serie „Hindafing“ widmet sich einem Bürgermeister, dem allmählich alles aus dem Ruder läuft.

Von Klaus Braeuer

Alfons Zischl (Maximilian Brückner) wird von Visionen heimgesucht. Doch das sind lange nicht die einzigen Probleme des Bürgermeisters von Hindafing.
Alfons Zischl (Maximilian Brückner) wird von Visionen heimgesucht. Doch das sind lange nicht die einzigen Probleme des Bürgermeisters von Hindafing.

© BR

Hindafing ist ein fiktives Dorf irgendwo in der bayerischen Provinz. Die Berge sind weit weg, der Himmel ist meistens grau, und die Geranien an den Balkonen fehlen auch. Vermutlich deshalb verirren sich kaum Touristen hierher, eine Schule oder Turnhalle gibt’s auch nicht, dafür aber eine völlig verrottete Konservenfabrik. Immerhin hat das trostlose Kaff ordnungsgemäß einen Bürgermeister, und der heißt Alfons Zischl.

Mit der Ordnung hat er es allerdings nicht so recht, denn er nimmt Drogen, ist notorisch pleite und meistens schlecht drauf, was man ihm auch ansieht. Allein in seiner Ehe mit Marie läuft alles relativ normal. Sein Vater war zwar Millionär, hat ihm jedoch keinen Cent hinterlassen, und so wird dem armen Alfons noch während der Beerdigung des Papas der Wagen gepfändet. Nunmehr setzt der Herr Bürgermeister all seine Hoffnung in das geplante Öko-Shoppingcenter „Donau Village“, mit dem er auch gleich seine Wiederwahl sichern will.

Dabei soll ihm der joviale Landrat Pfaffinger helfen, der nämlich dringend eine Unterkunft für 50 Flüchtlinge sucht. Also quartiert Zischl kurzerhand Asylbewerber im Rohbau ein, was jedoch dem gerissenen Dorfschlachter Goldhammer gar nicht passt, denn der will im „Donau Village“ seine Gammelfleischprodukte als Ökowurst verkaufen. Und das ist erst der Anfang von weiterem drohendem Ungemach: Zischl entdeckt ein Schwarzgeldkonto seines Vaters, auf dem das ganze Familienerbe geparkt ist. Das verkokste Schlitzohr verstrickt sich immer mehr in ein Netz aus Intrigen und falschen Versprechungen.

Maximilian Brückner spielt diesen Mann so großartig wie seine Rollen als Ermittler in der Reihe „Schwarzach 23“ (ZDF) oder als Polizist in „Pregau – Kein Weg zurück“ (ARD). Auch durch sie weht ja ein zarter Hauch von Anarchie. Und der wächst sich fast zum Sturm aus in dieser neuen Serie, die von den Autoren Rafael Parente und Nikolas Hoffmann sowie von Regisseur Boris Kunz ziemlich düster, aber auch schön satirisch inszeniert wurde. (dpa)

„Hindafing“, Di. 20.15, BR

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