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Samstag, 10.02.2018 TV-Tipp

Leiche in der Gülle

Die Friesland-Ermittler stoßen auf existenzgefährdende Probleme der modernen Landwirtschaft.

Von Ulrike Cordes

Süher Özlügül (Sophie Dal) und Kommissar Brockhorst (Felix Vörtler) bei den Ermittlungen zu „Schmutzigen Deals“ in Friesland.
Süher Özlügül (Sophie Dal) und Kommissar Brockhorst (Felix Vörtler) bei den Ermittlungen zu „Schmutzigen Deals“ in Friesland.

© dpa

Leblos schwimmt der Körper von Holger Frerichs im Güllebecken auf dem Hof seiner Mutter. Obwohl die gar kein Vieh mehr hält. „Die Sache stinkt“, motzt der aus der Kreisstadt angereiste Kommissar Brockhorst angewidert – um sich kurz darauf vom Acker zu machen. Doch der Kripomann hat in mehrfacher Hinsicht recht. So wurde gerade die Limousine des Bestatters Habedank, eines Nebengeschäftspartners von Frerichs, mit Jauche überschüttet.

Auch die Deals, die beide Männer betrieben haben, dürfen nicht als sauber gelten. Neben dem Verkauf gebrauchter Landmaschinen, bei dem es nicht immer astrein zuging, war das Makeln von Gülle Holger Frerichs Spezialität. „Aus Scheiße Geld gemacht“, nennt Brockhorst das. Allerdings hat sich der Markt auf diesem Feld drastisch, für manche Bauern sogar existenzgefährdend verschärft, wie die eigenmächtig ermittelnden Streifenpolizisten Süher Özlügül und Henk Cassens im neuen „Friesland“-Krimi „Schmutzige Deals“ erfahren.

Das Duo ist in der siebten Episode der Krimireihe wieder unterwegs in der Region an der Nordsee – um mit flotten Sprüchen und einigem Scharfsinn, mit dem vor allem die streberhafte Süher aufwartet, den Fall zu lösen. Doch die neueste Folge ist eher Krimi-Hausmannskost. Die Spannung gerät üblich, die Dauer-Frotzeleien der auf Komik gebürsteten Reihe mit ihrem holzschnittartigen Standardpersonal, zu dem auch die Apothekerin und Hobby-Kriminologin Insa Scherzinger gehört, muss man mögen. Und dass die bodenständigen Friesen einen einzigartigen Klüngel bilden, bei dem Täter und Opfer, Zeugen und Ermittler bis ins Mark freundschaftlich und familiär miteinander verbandelt sind, ist eine Botschaft, die der häufigere „Friesland“-Zuschauer längst verinnerlicht haben sollte.

Dafür wirft die Gülle-Thematik ein Schlaglicht auf die problematische Lage von Landwirten. Weil aufgrund von Umweltbestimmungen pro Hektar Land nur eine bestimmte Menge Kuhdung und Schweinejauche als Dünger aufgebracht werden darf, lassen Halter größerer Viehbestände deren Gülle an Bauern vermakeln, die nur Felder bewirtschaften. Dieses Konstrukt funktioniert in „Friesland“ nicht mehr. Denn in den benachbarten Niederlanden gibt es noch mehr Vieh, noch weniger Land und noch strengere Gesetze. Deshalb bezieht das spätere Mordopfer Frerichs seine Ware von dort. Und die heimischen Mastbetriebe wissen nicht mehr, wohin mit ihrer Gülle. (dpa)

„Friesland“, Samstag, 20.15 Uhr, ZDF

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