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Mittwoch, 23.10.2013

Kunstarchiv Beeskow hängt weiter in der Schwebe

Tausende DDR-Kunstwerke aus drei Bundesländern lagern in der Kleinstadt Beeskow. Seit Jahren wird um einen großen Neubau gerungen, aber es fehlt an Geld. Stadt und Landkreis glauben aber weiter an das Projekt und hoffen auf EU-Mittel.

Beeskow. Seit drei Jahren gibt es einen Entwurf für ein großes Archiv für Kunst aus der DDR in Beeskow (Oder-Spree), aber in der Stadt ist noch nichts zu sehen. Stadt und Landkreis fehlt das Geld für den Bau.

„Wir warten auf die nächste Förderperiode, die 2014 beginnt“, sagte Ilona Weser, die Leiterin des Archivs, der dpa. Für den Entwurf des Architekten Max Dudler (Berlin) sind rund zehn Millionen Euro veranschlagt worden. Laut Weser hoffe man, etwa 85 Prozent der Kosten über EU-Mittel abzudecken. Den Rest will die Stadt finanzieren. Beeskows Bürgermeister Frank Steffen bestätigte, dass rund eine Million Euro im Haushalt geplant seien. Im Herbst 2011 hatte es zuletzt eine Absage für Mittel der Europäischen Union gegeben.

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Ein Sprecher des Kulturministeriums bekräftigte, dass der Neubau des Kunstarchives auch vom Land gewollt sei. Aktuell sei man dabei, den alten Fördermittelantrag gemeinsam mit dem Landkreis Oder-Spree und der Stadt zu überarbeiten. Eine Förderzusage gebe es seitens des Landes aber nicht. Beeskow will sich gemeinsam mit einem Museum in Gorzow (Polen) um die neuen Interreg-Mittel bewerben. Der Neubau für das bestehende, aber zu kleine Archiv ist auf der Burg geplant.

Etwas Geld könnte vorher schon fließen: Seit Ende August gibt es in der Stadt eine Stiftung, die sich neben weiteren Projekten auch dem Kunstarchiv widmen will. Der Unternehmer Heinz Lassowsky hat der „Loscon Kulturstiftung für Ostbrandenburg“ eine Million Euro Kapital zur Verfügung gestellt. Es werde allerdings dauern, bis das Geld Zinsen abwerfe, sagte er. Die umfangreiche Sammlung in Beeskow sei ein seltener Glücksfall, so Lassowsky. „Ihre Aufarbeitung und wissenschaftliche begleitete Präsentation ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Es geht um rund 23.000 Werke aus der DDR - das Archiv versteht sich als Dokumentationsstelle zur Bildenden Kunst in der DDR. In dem Kunstarchiv lagern unter anderem Gemälde, Druckgrafiken, Zeichnungen und Plastiken. Sie gehörten in der DDR den Parteien, Massenorganisationen sowie Staatsorganen. Es handelt sich um Objekte aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Geplant ist, dass in dem Neubau später auch die Bestände der Artothek der Sozialen Künstlerförderung Berlin untergebracht werden - dann wüchse der Bestand auf rund 38.000 Objekte. Als Vorarbeit für den Neubau lässt die Stadt derzeit mehrere Mauern auf der Burg sanieren. (dpa)

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