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Donnerstag, 04.01.2018

Kopper ermittelt nicht mehr

Seit 1996 spielte Andreas Hoppe im „Tatort“ aus Ludwigshafen den Kommissar. Am Sonntag ist nun Schluss. Kein leichter Abschied.

Von Jasper Rothfels, Ludwigshafen

Andreas Hoppe über Mario Kopper: Der „Tatort“ ist für ihn etwas Besonderes gewesen, sagt er, „ein Ritterschlag“, den er sehr ernst genommen habe.
Andreas Hoppe über Mario Kopper: Der „Tatort“ ist für ihn etwas Besonderes gewesen, sagt er, „ein Ritterschlag“, den er sehr ernst genommen habe.

© SWR/Alexander Kluge

So derangiert hat man „Tatort“-Kommissar Mario Kopper alias Andreas Hoppe selten gesehen. Vom Gegner mit einem Revolver k.o. geschlagen, mit Benzin übergossen und mit einer Handschelle an ein Ofenrohr gekettet: So erlebt man den Kollegen der Ermittlerin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) am Sonntag im neuen Ludwigshafener „Tatort“ im Ersten. Kopper-Fans sollten einschalten – nicht nur, weil sie erfahren, wie es mit dem Ofenrohr weitergeht. Sondern auch, weil es der letzte „Tatort“ mit dem hochgewachsenen Ermittler ist. Nach 57 Folgen ist für Kopper Schluss, Odenthal macht künftig mit Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter) allein weiter.

Wenn man Hoppe auf den Abschied anspricht, klingt Wehmut und ein Hauch von Bitterkeit mit. Natürlich sei ihm der Ausstieg nach so langer Zeit schwergefallen. Aber das „Ciao-Sagen“ habe sich schon über mehrere Jahre hingezogen, weil die Figur vom Südwestrundfunk (SWR) nicht mehr gewollt oder gefördert worden sei. „Ich mochte die Figur sehr, deshalb habe ich sehr darum gekämpft und versucht, sie zu verteidigen und zu schützen.“ Mit „tollen Ideen“ habe er die Redaktion füttern wollen, aber „das wollten die alles nicht“. Deshalb sei es gut, dass die gemeinsame Entscheidung für das Aus gefallen sei. Irgendwann müsse dann eine Entscheidung her. Der „Tatort“ sei für ihn etwas Besonderes gewesen, „ein Ritterschlag“, den er sehr ernst genommen habe.

Die 14 Monate seit dem Ende der Dreharbeiten hat er nicht ungenutzt verstreichen lassen. „Ich habe fast mehr gearbeitet als während der ,Tatort‘-Zeit.“ So stand er erneut für die ZDFneo-Serie „Blockbustaz“ vor der Kamera, ebenso für die RTL-Serie „Der Lehrer“ und für die Sat.1-Serie „Soko Kölsch“. Auch war er in „Weiser“ dabei, einem „ZDF-Fernsehfilm der Woche“. Nach dem 2009 veröffentlichten Buch „Allein unter Gurken“ über regionales Essen kam im September das von Hoppe und Cettina Vicenzino verfasste „Sizilien-Kochbuch“ heraus. Er ist damit auf Lesereise und freut sich über die Resonanz. Außerdem gebe es Projekte, über die man noch nicht sprechen könne. Die Zeit seit Oktober 2016 sei abwechslungsreich gewesen, nun sei er gespannt, wie es weitergehe. (dpa)

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