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Sonntag, 11.02.2018

König der Chöre

Gotthilf Fischer, der schwäbische Dirigent und Komponist, feiert am Sonntag seinen 90.

Von Roland Böhm, Stuttgart

Gotthilf Fischer versteht sich als Hüter des deutschen Liedguts.
Gotthilf Fischer versteht sich als Hüter des deutschen Liedguts.

© picture alliance / Patrick Seege

Es wird sicher etliche Geburtstagsständchen geben, wenn der „König der Chöre“ sage und schreibe 90 wird. Und gegen ein „Happy Birthday“ wird sich Gotthilf Fischer auch nicht wehren, versprach er – auch wenn sich der Jubilar seit jeher als „Hüter des deutschen Liedguts“ versteht. Kaum ein anderer brachte so viele Menschen zum Singen wie der Schwabe..

Auch Titel wie „Herr der singenden Heerscharen“ hat er sich erworben ¨– oder „Therapeut der wunden Seelen“. Mit alldem könne er „sehr gut leben“, betont Fischer, der sich zum Geburtstag noch viele Reisen ins Ausland wünscht.

Mit 14 hatte Fischer seinen ersten Chor gegründet, nach Kriegsende mit 17 den Gesangverein Concordia in Deizisau übernommen. Später leitete er weitere Gesangvereine. Bundesweit bekannt wurde er mit den Fischer-Chören, die 1969 in der ZDF-Sendung „Dreimal neun“ auftreten.

Der Weg zum ersten Millionenauftritt war geebnet: 1974 in München, vor dem Endspiel der Fußball-WM, ließ Fischer einen Mammutchor von 1 500 Menschen auf dem Rasen des Olympiastadions „Eviva Espana“ anstimmen. Es folgen Hunderte TV-Auftritte. „Sing mit den Fischer-Chören“ hieß seine eigene Sendung. Es entstanden Dutzende Schallplatten.

„Böse Menschen haben keine Lieder“: Das Motto der Fischer-Chöre ist bis heute sein Credo. „Wenn einer singt, ist er fröhlich“, sagt der Jubilar, der sein Alter am liebsten verschweigt.

„Ich habe wenige Freunde, dafür aber 1 000 gute Bekannte“, sagt er mal und ist sich eine Zeit lang für keine Schlagzeile zu schade: Bei der Love-Parade 2000 macht er Bekanntschaft mit der Modedroge Ecstasy, er springt medienwirksam mit dem Fallschirm ab, besucht den „Big Brother“-Container, singt im Weißen Haus und vor den Pyramiden. Eine Studie des Südwestrundfunks zeigt: 83 Prozent der Zuschauer können Gotthilf Fischer auf Fotos eindeutig identifizieren. (dpa)

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