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Donnerstag, 10.08.2017

Hoch das Beinchen

Ian Anderson ist Jethro Tull. Am Donnerstag wird der schottische Rockmusiker 70 Jahre alt.

Kein Auftritt ohne Querflöte: Ian Anderson – hier bei einem Konzert 2012 in Madrid – ist Mitbegründer und einziges konstantes Mitglied von Jethro Tull.
Kein Auftritt ohne Querflöte: Ian Anderson – hier bei einem Konzert 2012 in Madrid – ist Mitbegründer und einziges konstantes Mitglied von Jethro Tull.

© dpa

Es liegt nicht nur, aber auch an der Freundschaft zum Dresdner Musiker, Konzertveranstalter und Querflötenbruder Bernd Aust: Ian Anderson und seine Band Jethro Tull sind in Sachsen regelmäßige Gäste und können sich hier auf eine treue Fanbasis verlassen. Solange er auf der Bühne steht, wird Ian Anderson immer wieder das Beinchen heben und seine berühmte Storchenhaltung einnehmen. Dass er am Donnerstag 70 Jahre alt wird, muss nicht unbedingt ein Hindernis für den fitten Briten sein.

Ian Anderson war, ist und bleibt Jethro Tull. „Die Musik ist praktisch komplett und die Texte sind zu 100 Prozent von mir geschrieben“, sagt er. „In gewisser Weise fühle ich mich als Eigentümer.“ Für über 30 Musiker war die Band nur eine Durchlaufstation. Anderson blieb JT als einziger treu.

Dabei war seine erste Combo in den Sechzigern so erfolglos, dass sie sich häufig umbenannte, um mehr Gigs zu bekommen. Schließlich wurden sie vom Marquee Club in London ein zweites Mal gebucht – und der Name Jethro Tull blieb kleben. Der Durchbruch kam 1969 mit dem Blues-Album „Stand Up“ und der ungewöhnlichen Mischung aus Progressive Rock, Jazz, Blues und Folk. Im April 1972 vereinigten Jethro Tull alles, was Fans jemals an Prog-Rock liebten oder hassten, in einem 44-minütigen Album mit einem einzigen Song: „Thick as a Brick“. Für viele eine Parodie des Genres, aber ein kommerzieller Erfolg.

Jethro Tull haben über 30 Alben herausgebracht und mehr als 60 Millionen Platten verkauft. Ian Anderson produzierte sechs Soloalben. Ende 2016 nahm er „Jethro Tull: The String Quartets“ mit dem Carducci Quartett auf, teils im Gewölbe der Kathedrale von Worcester. Der Klassiker „Aqualung“ wird zur Fuge, das legendäre „Locomotive Breath“ beginnt mit einem Cellosolo nach Bach.

Seit mehr als 40 Jahren ist Ian Anderson mit Shona verheiratet; sie haben zwei erwachsene Kinder sowie mehrere Enkel und leben in einem alten Landhaus mit Aufnahmestudio im Südwesten Englands. In den 90er-Jahren besaßen sie elf Lachsfarmen und beschäftigten 400 Mitarbeiter.

Nach seinem 70. Geburtstag wird Anderson mit Jethro Tull durch die USA ziehen, bevor er am 23. September im Leipziger Haus Auensee seine Deutschland-Tour startet. (dpa/SZ/or)

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