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Dienstag, 23.02.2016

Herzschmerz zum Gähnen

Sat 1 lässt aus einem Urlaubsflirt ein Ehedrama wachsen und setzt dabei auf alle Klischees für banale Fernseh-Massenkost.

Von Klaus Braeuer

Verliebt und bald verkracht: Felicitas Woll als Eva und Renato Schuch als Luis in einer Szene aus dem Film „Weil ich dich liebe“, den Sat1 heute sendet.
Verliebt und bald verkracht: Felicitas Woll als Eva und Renato Schuch als Luis in einer Szene aus dem Film „Weil ich dich liebe“, den Sat 1 heute sendet.

© Sat 1/Joao Tuna

Wie das eben so geht im Leben, vor allem im Urlaub: Mann trifft Frau oder umgekehrt. Dann geht es gleich ins Bett, und das war’s. Manchmal passiert mehr – und beide werden ein Paar. So auch im Sat 1-Film „Weil ich dich liebe“.

Eva (Felicitas Woll) macht mit ihrem Ehegatten Bernie Urlaub in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Dort trifft sie in einer Galerie den Fotografen Luis (Renato Schuch) und erzählt ihm sofort, was für sie echte Leidenschaft ist. Der erstaunte Luis möchte sie am liebsten auf der Stelle küssen, doch da ist sie schon wieder draußen. Später kehrt sie allein nach Lissabon zurück, sucht und findet ihn. Beide fallen übereinander her, verlieben sich und werden ein Paar – und Eva ist flugs schwanger.

Eva und Luis bekommen einen Sohn und bauen sich ein ansehnliches Zuhause. Nach zehn Jahren ist das Glück vorbei – die Scheidung droht. Das ist die Geschichte, die in chronologisch geordneten Rückblenden erzählt wird. Fürs Kennenlernen und Zusammenleben verwendet der Film über eine Stunde, sodass für die Entfremdung und das Entlieben nur eine halbe Stunde bleibt. Was aus Evas Ex-Mann und Luis‘ Ex-Freundin wird und warum ihre Liebe jeweils nicht stark genug war, bleibt ebenso unklar wie die Gründe, warum sich Eva und Luis plötzlich nicht mehr verstehen.

Schauspielerin Felicitas Woll sagt im Sat 1-Interview über ihren Film: „Das Besondere für mich ist, dass alle Figuren zu einer Klarheit gelangen. Dass man sich mit jedem identifizieren kann und sieht, wie ähnlich wir uns doch alle sind: in unseren Verletztheiten, Eigenheiten und dem Wunsch zu lieben und geliebt zu werden.“ Das klingt wie aus einer TV-Show, doch Felicitas Woll setzt noch eins drauf: „Die Ehe ist vielleicht nur noch im Kopf wirklich romantisch. Das Einzige, worum wir Menschen kämpfen sollten, ist die Liebe.“ Oje. Das müde Spiel der Schauspieler passt dazu; sie wirken durchweg, als ob sie sich bewusst wären, was für seltsame Sätze sie da sprechen müssen. (dpa)

„Weil ich dich liebe“, 20.15 Uhr, Sat 1

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