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Samstag, 19.03.2016

Gurlitts Familie will Raubkunst zurückgeben

Ein Ende im Rechtsstreit um das Erbe des Kunstsammlers ist weiterhin nicht absehbar.

ARCHIV - Das Namensschild von Cornelius Gurlitt ist am 05.11.2013 an der Tür zum Haus von Gurlitt in Salzburg (Österreich) zu sehen. In der Münchner Wohnung des Künsthändler-Sohns Gurlitt hatten Ermittler die verschollen geglaubte Sammlung seines Vaters Hildebrand Gurlitt 2012 beschlagnahmt, darunter Werke von Picasso, Chagall, Matisse, Beckmann und Nolde. Fast 600 Bilder stehen im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. Bei beinahe 400 könnte es sich um Werke handeln, die die Nazis als «Entartete Kunst» diffamierten und aus Museen entfernten. Foto: BARBARA GINDL/dpa (zu dpa «Phantom Gurlitt» vom 13.12.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++Foto: Barbara Gindl / APA / dpa
ARCHIV - Das Namensschild von Cornelius Gurlitt ist am 05.11.2013 an der Tür zum Haus von Gurlitt in Salzburg (Österreich) zu sehen. In der Münchner Wohnung des Künsthändler-Sohns Gurlitt hatten Ermittler die verschollen geglaubte Sammlung seines Vaters Hildebrand Gurlitt 2012 beschlagnahmt, darunter Werke von Picasso, Chagall, Matisse, Beckmann und Nolde. Fast 600 Bilder stehen im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. Bei beinahe 400 könnte es sich um Werke handeln, die die Nazis als «Entartete Kunst» diffamierten und aus Museen entfernten. Foto: BARBARA GINDL/dpa (zu dpa «Phantom Gurlitt» vom 13.12.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: Barbara Gindl / APA / dpa

© Symbolfoto: dpa

Die Familie des umstrittenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt hat bekräftigt, Raubkunst zurückgeben und große Teile der Sammlung öffentlich zeigen zu wollen – sofern sie den Rechtsstreit um das Erbe gewinnt. Unterstützt von weiteren Angehörigen, kämpft Gurlitts Cousine Uta Werner um Hunderte Kunstwerke, die Gurlitt kurz vor seinem Tod 2014 dem Kunstmuseum Bern zugesprochen hat. „Es geht um die Vergangenheitsbewältigung einer deutschen Familie“, erläuterte Werners Tochter Charlotte der Süddeutschen Zeitung, warum die Familie sich um das Erbe Gurlitts bemüht, dessen Testament sie für ungültig hält. „Wir wollen zeigen, dass eine deutsche Familie dazu in der Lage ist.“

Etwaige Raubkunst in der Sammlung, die vom NS-Kunsthändler Hildebrand Gurlitt aufgebaut worden war, werde gemäß den eigentlich nur für Museen verbindlichen Washingtoner Prinzipien den Eigentümern beziehungsweise deren Nachfahren zurückgegeben. Als Vorbild sehe man sich damit nicht, erläuterte die 54-Jährige. „Aber wir wollen auch ein Zeichen setzen.“ Zunächst sollten die zehn Bilder erforscht werden, bei denen die Taskforce einen konkreten Raubkunstverdacht ermittelt hat. „Damit könnte morgen begonnen werden.“ Etwa ein halbes Jahr werde es dauern, alle Informationen zur Herkunft der Bilder in einer Datenbank zusammenzuführen, die dann auch im Internet öffentlich gemacht werden solle.

2013 war bekannt geworden, dass bereits im Vorjahr rund 1 280 Kunstwerke in Gurlitts Münchner Wohnung von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden waren. Zwei Jahre später tauchten weitere 238 Gemälde in Gurlitts Haus in Salzburg auf. Bei Hunderten davon bestand Verdacht auf Nazi-Raubkunst. Eine Taskforce, die die Herkunft der Bilder klären sollte, stellte ihre Arbeit 2015 ein. (dpa)