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Dienstag, 13.02.2018

Große Wände für Filmgraffiti

Aus der westlichen Innenstadt kommen viele Ideen zur Vermarktung von Görliwood – so auch eine Art Freilichtmuseum.

Von Daniela Pfeiffer

Schauspiellegende Omar Sharif an einer Fassade: So wie hier in Genf, wo das Porträt des Schauspielers Anfang Februar im Rahmen eines Festivals von einem Street Art Künstler angebracht wurde, könnten Schauspieler oder Filmmotive auch an Görlitzer Fassaden verewigt und so auf die Bedeutung als Filmstadt hingewiesen werden.
Schauspiellegende Omar Sharif an einer Fassade: So wie hier in Genf, wo das Porträt des Schauspielers Anfang Februar im Rahmen eines Festivals von einem Street Art Künstler angebracht wurde, könnten Schauspieler oder Filmmotive auch an Görlitzer Fassaden verewigt und so auf die Bedeutung als Filmstadt hingewiesen werden.

© TREZZIN/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Görlitz. Freiluftausstellung, mit Graffiti besprühte Flächen, Festival – und all das zum Thema Film und all das in der westlichen Innenstadt. Wie sich vergangene Woche bei der Bürgerversammlung im Fotomuseum auf der Löbauer Straße zeigte, sprühen einige Bewohner dieses Stadtteils nur so vor Ideen zur besseren Vermarktung von Görliwood. „Wir brauchen dieses Thema, Görlitz muss sich damit profilieren“, sagte Conrad-W. Dege, dem auf der Bahnhofsstraße zwei Häuser gehören. Wie viele Görlitzer bedauert er, dass es nach unzähligen Filmen und mehreren Oscars für hier gedrehte Streifen noch immer nichts richtig Greifbares gebe. Zugleich sieht er das als perfektes Thema für die viel gelobte Bürgerbeteiligung in der Stadt.

So schweben ihm zwei Ideen ganz konkret vor: Warum sollte nicht eine kleine Nähstube sich ganz dem Film verschreiben und Kostüme schneidern? Für wen? Für die Görlitzer! Diese könnten dann so angezogen Werbung machen. Oder ein Filmfestival veranstalten, bei dem einfach jeder kostümiert erscheint.

Andreas Lauer von der gleichnamigen Immobilienfirma schlug als Geschäftsführer der Görlitzer Gründerzeit-Projekt GmbH, der er ebenfalls ist, vor, doch die große Freifläche in den Innenhöfen des sanierten Quartiers zwischen Bahnhofs-, Löbauer, Krölstraße und Landeskronstraße für das Filmthema zu nutzen. Vielleicht, indem Profi-Graffiti-Sprüher die Wände mit Filmmotiven gestalten. Schauspieler Jackie Chan könnte als Bild oder Figur herabhängen – ganz wie im Film „In 80 Tagen um die Welt“, mit dem 2003 Hollywood in Görlitz Einzug hielt. Auch Filmtafeln mit Bildern und Informationen oder Requisiten kann sich Andreas Lauer vorstellen. „Dann könnte es hierher auch ganz gezielte Führungen geben“, so Andreas Lauers Idee. „Das wäre ein offenes Filmmuseum.“ Offen, aber durch die Lage in einem Innenhof gleichzeitig räumlich abgeschlossen.

Auch das Fotomuseum als etwas stiefmütterlich behandeltes Kleinod in diesem Stadtviertel könnte mit einbezogen werden, wurde vorgeschlagen. Hans Peil vom Museum zeigte sich dem gegenüber sehr offen und erinnerte daran, dass es hier sogar schon Film-Ausstellungen gab. So wurden im Lichthof bereits Fotos von Filmen gezeigt, die zu DDR-Zeiten in Görlitz gedreht worden waren.

Oberbürgermeister Siegfried Deinege vernahm all diese Vorschläge mit Wohlwollen. Er werde sie an die Europastadt Görlitz/Zgorzelec GmbH (EGZ) weiterleiten, denn diese arbeitet gerade an einem Konzept zur Filmstadt-Vermarktung. Was Kulissen und Requisiten angeht, gebe es keinen Film mehr, der nichts da lasse, so Deinege. Bekannt ist allerdings nur, dass das Team des „Zauberlehrling“ drei Sachen der Stadt überlassen hat, darunter die Büste des im Film versteinerten Mädchens. Im Streifen stand sie draußen – auf dem Untermarkt. Man könne ja mal prüfen, ob sie tatsächlich für draußen geeignet wäre oder gar nur aus Pappmache sei. Doch zumindest machte der OB auch den Einwohnern der westlichen Innenstadt sehr klar, dass er absolut ihrer Meinung sei: das Thema Film müsse noch stärker an die Öffentlichkeit. Er berichtete auch persönlichen Bemühungen – von einem Gesprächstermin in Sachen Filmmuseum, der wenige Stunden vorher doch platzte. Für welches Objekt er verhandeln wollte, ließ der OB offen. Es sei aber eine Brache, wo es bereits eine große Ausstellung gegeben hatte. Er habe mit den Besitzern in Berlin verhandeln wollen, als aber deren Geldgeber zurücktraten.

Davon lasse man sich aber nicht entmutigen, schließlich gibt es weitere Vorhaben, wie Siegfried Deinege verkündete: So soll wahrscheinlich diesen Sommer ein mobiles Filmprojekt aus Potsdam-Babelsberg in Görlitz eine Woche lang Station machen. Was genau die Filmstudenten dann hier machen, soll noch nicht verraten werden.

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