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Mittwoch, 24.02.2016

Geheimtipp mit Massenwirkung

Schrille Experimente, irrer Sound: The 1975 hauchen dem Mainstream Extravaganz ein. In England gilt die Band bereits als Vorbote einer neuen Ära.

Von Christopher Weckwerth

Ross MacDonald (l-r), George Daniel, Matthew Healy und Adam Hann von der britischen Indie-Rock-Band The 1975 (undatierte Aufnahme).
Ross MacDonald (l-r), George Daniel, Matthew Healy und Adam Hann von der britischen Indie-Rock-Band The 1975 (undatierte Aufnahme).

© dpa

In Deutschland noch ein Geheimtipp, sind The 1975 in Großbritannien längst eine große Nummer – kreischende Fans, ein Nummer-eins-Album und ein Auftritt mit den Rolling Stones inklusive. Das zweite Album des hochgelobten Quartetts um den extravaganten Sänger Matthew Healy, das am Freitag erscheint, trägt den kryptischen Namen „I like it when you sleep, for you are so beautiful yet so unaware“ (Ich mag es, wenn du schläfst, denn du bist so schön und weißt es nicht). Ähnlich ungewöhnlich ist der Stilmix. The 1975 begrüßen den Hörer mit kosmischem Gewaber, schrillen Synthie-Sounds und Rhythmen, die an George Michael und Miami Vice zurückdenken lassen. Daraus entwickelt sich jedoch eine wundersame Melange, die einem Gospel-Chor („If I Believe You“) ebenso Platz lässt wie einer Elektro-Ballade mit Unter-Wasser-Klängen („Please Be Naked“).

Durchbruch im Netz

Die ersten Gehversuche hatten The 1975 als Schülergruppe in Manchester mit gecoverten Punksongs unternommen. Das Debütalbum von 2013 war schließlich so etwas wie ein Best-of der bisherigen Entwicklung; die Tracklist las sich wie der Wunschzettel pubertierender Jungs: „Sex“, „Girls“, „M.O.N.E.Y.“, „Chocolate“. Die neue Platte blickt nun stärker auf die Psyche – Selbstzweifel, Resignation und Identitätssuche. Einiges soll auf den persönlichen Erfahrungen des Leadsängers Healy fußen, Drogenreferenzen einbegriffen.

Ein größeres Publikum bekam die Band auch dadurch, dass ihr Song „The City“ im Fußball-Videospiel Fifa 14 verewigt wurde. Interessanter als die Nummer-eins-Platzierung des Debütalbums in Großbritannien ist daher vielleicht ein Blick ins Digitale: Ihr erfolgreichster Video-Hit bei Youtube ist der Song „Robbers“ mit mehr als 15 Millionen Klicks. Bei Twitter feiern mehr als eine Million Follower die Musiker ab. Radiomacher sprechen sogar von der „nächsten größten Band der Welt“. (dpa)

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