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Freitag, 18.07.2014

„Es ist für uns alle eine große Freude“

Alexander Prinz von Sachsen verbindet die erzielte Einigung mit dem Wunsch nach Frieden im Hause Wettin.

Alexander Prinz von Sachsen Markgraf von Meissen (61) ist umstritten unter den Wettinern.
Alexander Prinz von Sachsen Markgraf von Meissen (61) ist umstritten unter den Wettinern.

© dpa

Prinz Alexander, nach jahrelangem Streit haben sich das Haus Wettin und der Freistaat endgültig geeinigt. Was halten Sie von der Lösung?

Es ist für uns alle eine große Freude, dass dieses leidige Kapitel, das uns inzwischen schon fast 20 Jahre begleitet, endlich zu einem Ende gekommen ist. Dafür möchte ich allen Beteiligten herzlich danken.

Und wie beurteilen Sie die Einigung inhaltlich?

Mich freut besonders, dass wir zu einer geldlichen Lösung gekommen sind. Denn mir war immer sehr wichtig, dass die Kunstgegenstände so weit wie möglich in den Museen verbleiben und wir sie dem Freistaat stattdessen zum Kauf anbieten.

Der Streit um die Rückgabeforderungen hat in Sachsen das Haus Wettin weithin unbeliebt gemacht. Wie wollen Sie das nun ändern?

Ich hoffe, dass sich das Verhältnis zwischen dem Freistaat und dem Hause Wettin jetzt entkrampft und wir wieder ganz unbelastet miteinander umgehen können. Schließlich verbinden uns 900 Jahre Geschichte. Das sollten wir nicht vergessen. Ich werde mich weiterhin für kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Lateinamerika einsetzen.

Die Wettiner erhalten knapp fünf Millionen Euro. Wie wird das Geld aufgeteilt? Oder ist jetzt damit zu rechnen, dass es auch darum noch einmal Streit in der Familie Wettin geben wird?

Nein, die Aufteilung steht schon lange fest. Also, ich kann Ihnen anvertrauen, dass ich ein Dreißigstel davon bekomme. Prinz Rüdiger steht der Löwenanteil zu – etwa ein Drittel der Gesamtsumme.

Glauben Sie denn, dass die Einigung dazu beitragen kann, dass irgendwann Frieden im Hause Wettin einkehrt?

Das wäre natürlich mein Wunsch. Ich war immer zu allem bereit, wenn es um den Frieden in der Familie ging. Aber ich glaube, jetzt ist es an der Zeit, dass sich auch einmal die andere Seite überlegt, wie sie hier künftig agieren möchte.

Sie leben und arbeiten in Mexiko. Könnten Sie sich derzeit eine Rückkehr nach Sachsen vorstellen?

Meine Abreise hatte damals vor allem wirtschaftliche Gründe. Seitdem bin ich dabei, hier wieder meine alte Firma aufzubauen. Auch ich muss mein Geld verdienen.

Interview: Annette Binninger

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