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Mittwoch, 16.03.2016

Einmal von Pillnitz nach Bangalore und zurück

Eine Gräfin in Haft und das Leben eines sächsischen Gärtners in Indien sollen in diesem Jahr Besucher in Sachsens Schlösser, Burgen und Gärten locken.

Von Birgit Grimm

Porträt einer berühmten Gefangenen: Anna Constantia Reichsgräfin von Cosel. Diese Miniatur malte ein unbekannter Verehrer um 1860 auf Elfenbein, wahrscheinlich sogar in Serie. Auch der Rahmen ist aus Elfenbein. So etwas war bis zur Gründerzeit in Mode.
Porträt einer berühmten Gefangenen: Anna Constantia Reichsgräfin von Cosel. Diese Miniatur malte ein unbekannter Verehrer um 1860 auf Elfenbein, wahrscheinlich sogar in Serie. Auch der Rahmen ist aus Elfenbein. So etwas war bis zur Gründerzeit in Mode.

© Burg Stolpen

Diese Frau hat eine unglaubliche Ausstrahlung: In einem eher durchschnittlichen Jahr der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen (SBG) war es die Gräfin Cosel, die 2015 viele Besucher anzog. „Lebenslänglich Stolpen“ heißt die Ausstellung auf der Burg Stolpen, die das tragische Leben und die 49 Jahre dauernde Gefangenschaft der Anna Constantia erhellt. 1716 kam die Cosel auf die Burg, weshalb 2016 dort unter dem Motto „Endstation Stolpen“ zum Cosel-Jahr wird.

Spuren der schönen und klugen Mätresse Augusts des Starken finden sich auch in der Dresdner Residenz, in Nossen und im Schloss und Park Pillnitz. Die Sommerresidenz des sächsischen Hofes spiegelt übrigens am deutlichsten einen sachsenweiten Trend der SBG wieder: Der Umsatz ist weniger rückläufig, als es die Besucherzahlen sind. 2015 kamen 1,95 Millionen Besucher in die Einrichtungen der SBG. 2014 waren es noch 2,1 Millionen. Spitzenreiter waren Schloss und Park Pillnitz mit 381 000 Besuchern. Publikumsliebling auf Schloss Moritzburg ist und bleibt Aschenbrödel. 130 000 Fans kamen in diesem Winter nach zweijähriger Aschenbrödel-Abstinenz in die neu gestaltete Ausstellung.

Zurück nach Pillnitz. Auch dort wird 2016 ein Themenjahr. Gustav Hermann Krumbiegel ist der Name, den man sich merken sollte. Er stammt aus Lohmen, wurde in Pillnitz Gärtner und startete eine internationale Karriere. Als Gärtner des Maharadschas gestaltete er die Grünanlagen der indischen Metropole Bangalore. Noch heute wird Krumbiegel in Bangalore, wo er 1956 starb, verehrt. Es gibt ein Denkmal, eine Straße ist nach ihm benannt und unlängst gestaltete man dort sein Lohmener Geburtshaus als Blumenskulptur. Solche blühenden Figuren bietet 2016 der Pillnitzer Sommer, außerdem eine Ausstellung zu Krumbiegels Leben und Schaffen.