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Mittwoch, 11.10.2017

Eingeräumt und angerichtet

Gemeinsam eröffnen Angela Merkel und Emmanuel Macron die Frankfurter Buchmesse.

Von Andrea Löbbecke

Bereit für den Ansturm: Eine Mitarbeiterin sortiert auf der Frankfurter Buchmesse Neuveröffentlichungen ein. Foto: Getty Images
Bereit für den Ansturm: Eine Mitarbeiterin sortiert auf der Frankfurter Buchmesse Neuveröffentlichungen ein. Foto: Getty Images

© getty images

Die deutsche Buchbranche fordert von der künftigen Bundesregierung mehr Einsatz für eine unabhängige und lebendige Verlagslandschaft. „Es geht um nichts Geringeres als die Qualität der Bildung“, sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, am Dienstag in Frankfurt. Am Abend eröffneten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron gemeinsam die Frankfurter Buchmesse.

Nur wenn Verlage auch eine marktgerechte Vergütung erhielten, könnten sie in Literatur und innovative Vertriebsmodelle investieren, sagte Riethmüller. Er kritisierte die vom Bundestag im Sommer beschlossenen Einschränkungen des Urheberrechts. Wenn etwa Kindergärten und Hochschulen bestimmte Anteile von digitalen Werken kostenlos zusammenstellen dürften, sei dies ein schwerer Schlag für die Bildungs- und Wissenschaftsverlage.

Die 69. Frankfurter Buchmesse rechnet in diesem Jahr mit einer leichten Steigerung der Ausstellerzahl um gut zwei Prozent. Insgesamt werden zur weltgrößten Bücherschau, die von Mittwoch bis Sonntag dauert, rund 7 300 Anbieter aus mehr als 100 Ländern erwartet. Ehrengast ist Frankreich, es sind allein 200 Schriftsteller aus der frankofonen Welt angekündigt. Die Veranstalter rechnen mit insgesamt rund 270 000 Besuchern.

Angesichts von Rechtspopulismus und Fake News komme den Verlagen eine wichtige Rolle zu, sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse. „Wir liberal-demokratisch gesinnte Büchermenschen müssen in Zeiten, in denen die Verbreitung von Angst und Hass wieder gesellschaftsfähig wird, mit attraktiven Gegenentwürfen antworten.“ Auch Riethmüller betonte, dass Verlage und Buchhandlungen verlässliche Informationen lieferten und den Dialog förderten. Das Buch erlebe seine „weltweit beste Zeit seit 50 Jahren“, sagte der Chef des weltgrößten Publikumsverlags Penguin Random House, Markus Dohle. Die Buchmärkte seien in den vergangenen Jahren langsam, aber kontinuierlich gewachsen und es habe sich eine „gesunde Koexistenz“ zwischen gedruckten und digitalen Büchern entwickelt. (dpa)

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