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Dienstag, 12.01.2016

Eine Frau will nach oben

Anna Loos kämpft im neuen Event-Dreiteiler der ARD um die politische Macht in Berlin.

Von Klaus Braeuer

Susanne Kröhmer (Anna Loos, M.) versucht wahlkampfstrategisch, ihren Mandanten Jussuf Antun als gelungenes Beispiel für das geplante Resozialisierungsprogramm zu verkaufen.
Susanne Kröhmer (Anna Loos, M.) versucht wahlkampfstrategisch, ihren Mandanten Jussuf Antun als gelungenes Beispiel für das geplante Resozialisierungsprogramm zu verkaufen.

© ARD/Frédéric Batier

Während in Deutschland schon seit zehn Jahren eine Bundeskanzlerin die Regierungsgeschäfte führt und es auch in drei Bundesländern eine Ministerpräsidentin gibt, wurde die Hauptstadt Berlin noch nie von einer Frau regiert. Das soll nun anders werden, zumindest im Fernsehen. In der Serie „Die Stadt und die Macht“ tritt eine Frau an – zu sehen von Dienstag an im Ersten. Die weiteren Doppelfolgen werden am Mittwoch und Donnerstag ausgestrahlt – programmiert als Event-Serie wie zuletzt „Weissensee“.

In Berlin regiert mehr schlecht als recht eine Große Koalition, angeführt vom populären Regierenden Bürgermeister Manfred Degenhardt (Burghart Klaußner). Er ist durch zahlreiche Intrigen unentrinnbar verbunden mit Karl-Heinz Kröhmer, dem mächtigen Fraktionsführer der konservativen Koalitionspartei. Nach dem gewaltsamen Tod des korrupten Bauunternehmers Oliver Griebnitz kommt es zur Auflösung der Koalition. Mit Griebnitz seit Jugendtagen eng befreundet war Kröhmers Tochter Susanne (Anna Loos) – die schwangere Rechtsanwältin plant gerade, mit ihrem Freund eine Familie zu gründen. Auf einer Parteiversammlung entschließt sie sich spontan, für die anstehenden Neuwahlen als Spitzenkandidatin ihrer Partei anzutreten – und wird prompt nominiert. Mithilfe des Politberaters Georg Lassnitz (Martin Brambach) will sich die politisch unerfahrene Frau fit machen für den Kampf, doch alsbald wird sie selbst in allerhand unangenehme Entscheidungen verwickelt.

Anna Loos sagte, dass sie für kein Geld der Welt Politikerin werden würde. „Ich habe als Künstlerin und als Privatmensch die Chance, authentisch zu sein. Als Politiker hat man das nicht, man muss sich ständig kontrollieren.“ Loos spielt mit meist undurchdringlichem Gesichtsausdruck eine Frau, die von ihrer eigenen Entscheidung überrascht zu sein scheint. In den Schatten gestellt wird sie von Martin Brambach, der den zynischen Berater grandios gibt. Natürlich sind Anleihen an konsequentere TV-Serien wie „Borgen“ und „House of Cards“ unübersehbar, doch bekommen auch in dem deutschen Sechsteiler alle ihr Fett weg: Politiker, Medien, Wirtschaft – indirekt sogar der Wähler. (dpa)

„Die Stadt und die Macht“, 20.15 Uhr, ARD

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